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Köln: Polizisten wegen Verdachts der Körperverletzung vor Gericht

Köln : Polizisten wegen Verdachts der Körperverletzung vor Gericht

Wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt müssen sich seit Dienstag zwei Polizisten vor dem Kölner Amtsgericht verantworten.

Die beiden Zivilfahnder waren nach Justizangaben als verdeckte Ermittler im Juni 2005 in Köln unterwegs, als sie einen 42-jährigen Türken, der als Drogendealer inzwischen verurteilt wurde, in der Kölner Südstadt festnehmen wollten. Dabei soll es laut Anklage zu einem Tritt ins Gesicht und einem Schlag mit der Dienstwaffe auf den Kopf des Drogendealers gekommen sein.

Zahlreiche Landsleute waren damals dem Türken zu Hilfe geeilt. Daraufhin hatten die beiden Beamten Verstärkung angefordert. Bei der tumultartigen Festnahme hatte sich der Mann derart gewehrt, dass es gut 20 Minuten dauerte, bis er überwältigt werden konnte. Das Opfer behauptet, er habe nicht den geringsten Widerstand geleistet.

Der Fall hatte international für Aufsehen gesorgt, weil Landsleute das tumultartige Geschehen mit dem Handy gefilmt hatten und der Türke mit blutunterlaufenem Auge in der Öffentlichkeit erklärte, er sei „beinah umgebracht worden”.

Die Videoaufnahme zeigt nach Justizangaben die zunächst vergeblichen Bemühungen der Beamten, den sich heftig wehrenden Mann in Gewahrsam zu nehmen. Ein Tritt ins Gesicht des Festgenommenen ist zu sehen, aber nicht, wer zugetreten hat. Das Gericht hat drei Verhandlungstage angesetzt, um mehrere Dutzend Augenzeugen zu vernehmen.