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Berlin: Politisches Engagement wird groß geschrieben

Berlin : Politisches Engagement wird groß geschrieben

Die 54. Internationalen Filmfestspiele Berlin werden mit Anthony Minghellas Film „Cold Mountain” und den Hauptdarstellerinnen Nicole Kidman und Jude Law als Stargästen eröffnet.

Wie die Festspielleitung am Donnerstag ankündigte, sind unter den 18 bislang für den Wettbewerb feststehenden Produktionen zwölf Weltpremieren. Minghellas Bürgerkriegs-Epos wird bereits als Oscar-Kandidat gehandelt.

Deutsche Tragödie

Laut Veranstalter sollen vom 5. bis zum 15. Februar 26 Filme im Wettbewerb der Berlinale laufen. Davon konkurrieren 22 um den Goldenen und die Silbernen Bären.

Der deutsche Film sei mit 56 Produktionen in den verschiedenen Sektionen vertreten. Im Wettbewerb ist „Die Nacht singt ihre Lieder” von Romuald Karmakar zu sehen: die Liebestragödie eines jungen Paares im Berliner Bezirk Mitte.

Unter den bisherigen Beiträgen zum Wettbewerb finden sich viele politisch engagierte Filme. So erforscht John Boorman in „Country of my Skull” die Geschichte der südafrikanischen Wahrheitskommission. Eric Rohmer kommt mit dem politischen Thriller „Triple Agent” nach Berlin.

Theo Angelopoulos beginnt mit Trilogia „To livadi pou dakrisi” („Trilogie: Die Erde weint”) seine epische, auf drei Filme angelegte Geschichte Griechenlands; Hans Petter Moland begleitet in „Beautiful Country” einen jungen Vietnamesen auf der Suche nach seinem amerikanischen Vater, und Ken Loach erzählt in „Ae Fond Kiss” eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der kulturellen Konflikte im heutigen Schottland.

Ferner werden der schwedische Regisseur Björn Runge im Wettbewerb „Om jag vänder mig om” („Daybreak”) vorstellen und der Franzose Patrice Leconte „Confidences trop intimes” („Intimate Strangers”) eine psychologische Komödie. Sein Landsmann Cedric Kahn präsentiert mit „Feux Rouges” („Schlusslichter”) die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Georges Simenon von 1953.

Die italienische Produktion „Primo amore” von Matteo Garrone ist ebenfalls als Weltpremiere im Wettbewerb. Als internationale Premiere im Wettbewerb läuft ferner die US-Produktion „Monster”. Das Spielfilmdebüt der Regisseurin Patty Jenkins erzählt die auf Tatsachen beruhende Geschichte der Prostituierten Aileen Wuornos, die wegen des Mordes an sieben Männern 2002 hingerichtet wurde.

Außerdem wird Richard Linklaters „Before Sunset” gezeigt, bei dem es ein Wiedersehen mit den Protagonisten aus „Before Sunrise” gibt, der vor zehn Jahren einen Silbernen Bären bei der Berlinale gewann. Jesse (Ethan Hawke) und Céline (Julie Delpy) treffen sich rund zehn Jahre nach ihrer romantischen Begegnung in Wien in Paris wieder.

Programm der Berlinale ab 26. Januar im Internet abrufbar:
http://www.berlinale.de