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Stolberg: Pläne des Bistums stoßen auf Skepsis

Stolberg : Pläne des Bistums stoßen auf Skepsis

Die einen positionieren sich schon klar, die anderen üben sich noch in Zurückhaltung. Unterm Strich aber reagieren die Pfarrer im Stadtgebiet mit Skepsis auf die Pläne von Bischof Heinrich Mussinghoff, die Trägerschaft der katholischen Kindertagesstätten im Bistum Aachen auf die vier großen Verwaltungszentren zu übertragen.

Verbreitet ist dabei offensichtlich die Sorge, dass durch einen Trägerwechsel die Bindung zwischen örtlicher Pfarre und Kita und somit die jeweilige Einrichtung als pastoraler und pädagogischer Einflussbereich der Gemeinden verloren gehen könnte.

Der Sachstand in den betroffenen Stolberger Pfarren ist derweil sehr unterschiedlich. Während der Büsbacher Pfarrer Jürgen W. Urth auf Anfrage darauf verwies, dass der Kirchenvorstand sich des Themas in seiner nächsten Sitzung noch abschließend annehmen müsse, kann sein Breiniger Kollege Ulrich Lühring bereits auf einen einstimmigen Beschluss dieses Gremiums verweisen.

„Solange man uns nicht zwingt, werden wir die Trägerschaft unserer Kindertagesstätte nicht abgeben. Die Kita gehört pastoral und seelsorgerisch zur Gemeinde”, betont der verantwortliche Pastor von St. Barbara, dass die Einrichtung in der Neustraße über die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter eng an die Pfarre gebunden sei.

Gleichwohl aber räumt Lühring ein, dass auch seine Gemeinde durch das neue Kinderbildungsgesetz in Schwierigkeiten geraten sei. „Die Situation ist nicht nur bei uns dramatisch. Es gibt mittlerweile keine Kirchenvorstandssitzung mehr ohne das Thema Kita.”

Probleme bereite vor allem die veränderte Finanzierung und der hohe Anteil der Personalkosten. Im Gegensatz zu Breinig stünden andere Gemeinden deshalb vor de Aufgabe: „Es gibt Pfarren, die inzwischen nach einer Übernahme schreien.”

Funken: „Stolz auf unsere Kita”

In diesen Chor will Hans-Rolf Funken allerdings nicht einstimmen. Auch wenn der Pastor von St. Mariä Himmelfahrt und St. Lucia noch Informationsbedarf hat und deshalb am Dienstag keine abschließende Stellungnahme abgeben wollte, fiel seine erste Reaktion mit Blick auf die Kita Clara Fey an der Birkengangstraße doch deutlich aus: „Wir sind bislang noch nicht dem Verwaltungszentrum beigetreten. Und ich möchte nicht die Trägerschaft einer Einrichtung abgeben, auf die ich sehr stolz bin und die über die Stadtgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf genießt.”

Für Funken steht fest: „Ich werde alles dafür tun, dass die Kindertagesstätte als kirchliche Einrichtung erhalten bleibt.”

Einigkeit herrscht somit zwischen ihm und Ulrich Lühring, der eine Übernahme der Trägerschaft durch die Stadt Stolberg - wie vor zwei Jahren an der Höhenstraße, im Steinweg und in Münsterbusch vollzogen - ablehnt.

„Das ist keine Alternative. Die Erfahrung zeigt, dass die Bindung zur katholischen Kirche dann völlig verloren geht”, zeigt sich Lühring überzeugt.