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München: Piroschkas Freund: Gunnar Möller wird 75

München : Piroschkas Freund: Gunnar Möller wird 75

Zwei Ereignisse haben das Leben von Gunnar Möller geprägt: Seine Rolle in der romantischen Filmkomödie „Ich denke oft an Piroschka” und die Tragödie um seine Frau und Kollegin Brigitte Rau.

An der Seite von Lilo Pulver wurde er in der Kurt-Hoffmann- Produktion 1955 über Nacht berühmt, und jetzt steht Gunnar Möller, der am Dienstag seinen 75. Geburtstag feiert, wieder in Hugo Hartungs „Piroschka”-Lustspiel auf der Bühne.

Natürlich wird der Sohn eines Berliner Optikers auch an seinem Ehrentag in der Komödie im Bayerischen Hof spielen: „Die Leute haben doch bezahlt”, ist sein knapper Kommentar.

1979 stand sein Name erneut groß in den Schlagzeilen, doch der Anlass ist für Möller bis heute unfassbar.

„Ich möchte nicht darüber sprechen”, sagt der Darsteller im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Schon gar nicht mit Blick auf einen so schönen Geburtstag.”

Damals hatte Möller in London Brigitte Rau, mit der er 25 Jahre verheiratet gewesen war, im Streit erschlagen. Die Geschworenen sprachen ihn von der Anklage des Mordes frei und verurteilten ihn wegen Totschlags zu fünf Jahren Gefängnis.

Nach 26 Monaten Haft kam Möller wegen mustergültiger Führung bereits Ende 1981 wieder frei.

Möller konnte seine Schauspielerkarriere danach ziemlich nahtlos fortsetzen. Sowohl im Fernsehen als auch auf der Bühne war seine Spielkunst wieder gefragt.

Im Fernsehen war er unter anderem in dem Agententhriller „Geheime Mission”, in den Serien „Das Rätsel der Sandbank” und „Unser Charly” und in der „Tatort”-Folge „Deserteure” zu sehen.

Mit seiner neuen Lebensgefährtin Christiane Hammacher feierte der Künstler wieder große Theatererfolge wie in „Loriots dramatischen Werken”, die er allein in zehn Jahren 560 Mal gespielt hat, wie Möller betont.

„Ich denke schon seit fünf Jahren ans Aufhören. Aber es macht mir immer noch großen Spaß, auf der Bühne zu stehen.”