Aachen: Pianist Ivan Donchev begeistert in Aachen mit Liszt

Aachen : Pianist Ivan Donchev begeistert in Aachen mit Liszt

Einen ausgesprochen runden und atmosphärisch dichten Abend konnten die Besucher der Veranstaltung „Franz Liszt zu Besuch bei Suermondt“ im Foyer des Suermondt-Ludwig-Museums erleben. Der junge bulgarische Pianist Ivan Donchev spielte auf Einladung des Aachener Kulturbetriebs auf dem historischen Steinway-Flügel von 1869 ein Programm ausschließlich mit Werken von Franz Liszt.

Liszt hat Aachen mehrere Male besucht und wohnte bei seinen Konzerten regelmäßig im Hause des Kunstsammlers Barthold Suermondt, auf dessen Flügel er möglicherweise auch gespielt hat. So war es eine ausgezeichnete Idee, zur Ausstellung „Gestatten, Suermondt“ mit einem Klavierabend an diese Verbindung Liszt-Suermondt zu erinnern.

Dass dafür als Instrument der originale Flügel Suermondts zur Verfügung stand, machte die Sache noch reizvoller. Dieser historische Flügel hat einen ganz spezifischen, weichen und abgerundeten Klang, ist allerdings nicht ganz ohne Tücken, gibt es doch kleine Probleme mit der Mechanik.

Davon war allerdings bei dem Vortrag von Ivan Donchev nicht das Geringste zu spüren. Er spielte im ersten Teil den zweiten Band „Italien“ der „Années de pélerinage“, Stücke, die von italienischen Kunstwerken oder Petrarca-Sonetten inspiriert sind.

Der junge Pianist erweist sich bei seinen Interpretationen dieser formal vom außermusikalischen Gegenstand bestimmten Musik als ein idealer Liszt-Interpret, temperamentvoll, klanglich intensiv mit schöner Legato-Kultur, trotz des rhapsodischen Charakters der Stücke große Bögen spannend. In der abschließenden Dante-Sonate zeigt er sich den hochvirtuosen Anforderungen der „Höllenfahrt“ von Dantes Inferno souverän gewachsen.

Der zweite Teil brachte mit Klavierbearbeitungen von Richard Wagners „O du mein holder Abendstern“ aus dem „Tannhäuser“ und Isoldes Liebestod einen weiteren Aspekt von Liszts kompositorischem Schaffen. Donchev arbeitete auch hier die melodischen Linien sorgfältig heraus, modellierte Themen und steuerte spannungsvoll auf die musikalischen Höhepunkte zu. Vielleicht war es den klanglichen Möglichkeiten des historischen Flügels zuzuschreiben, dass im Hinblick auf dynamische Differenzierung vor allem in den unteren Stärkegraden einige Wünsche offenblieben.

Zwei Sätze aus den „Harmonies poétiques et religieuses“ beendeten das Programm. Das Publikum feierte Donchev überschwänglich, der sich mit der Zugabe von zwei Chopin-Walzern in rasanten Tempi bedankte.