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Aachen: Peter-Lacroix-Retrospektive: Mit Liebe gemacht

Aachen : Peter-Lacroix-Retrospektive: Mit Liebe gemacht

„Sein modernes Gedankengut in einer pittoresken Altstadt“ — dieser Kontrast unter anderem war für Brigitte Franzen, die Direktorin des Ludwig Forums, erklärtermaßen ausschlaggebend, eine Retrospektive des 2010 im Alter von 86 Jahren gestorbenen Aachener Künstlers Peter Lacroix zu präsentieren.

Am Donnerstag gab es noch einmal eine offizielle Pressevorbesichtigung. Die Schau ist mittlerweile auf 158 Werke aus 50 Jahren angewachsen. Kuratorin Annette Lagler: „Wir konnten uns von vielem einfach nicht trennen.“

Erstmals vorgestellt wurde dabei auch ein absolut grandioser, unglaublich liebevoll gestalteter Katalog zur Ausstellung (Auflage: 750 Exemplare, Preis: 25 Euro), der ein ganzes Kapitel der Kunstentwicklung in Aachen an diesem Beispiel nachzeichnet. Ein echtes Sammlerstück — mit sehr persönlichen Worten und Beobachtungen unter anderem von Christine Vogt, die jetzt das Museum Ludwiggalerie Schloss Oberhausen leitet.

Besonders aufschlussreich ist überdies die von Benjamin Dodenhoff kuratierte Parallelausstellung der „Plattform Aachen“, einem Forschungsprojekt über wegweisende künstlerische Aktivitäten in Aachen, im ersten Obergeschoss des Ludwig Forums (die eigentliche Schau ist eine Etage höher). Hier findet sich eben auch der „Sack graues Aachen“, den Lacroix den Richtern geschickt hatte, die seine geplante bunte Fassadengestaltung an der Kleinkölnstraße zugunsten eines „durchschnittlich empfindenden Durschnittsbürgers“ verhindert hatten. Viele Dokumente, alles aus dem Nachlass des Künstlers, erzählen auf ihre Weise eine erhellende Geschichte hinter der Kunst.

„Peter Lacroix, 1924-2010, Pur“ und „Plattform Aachen. Peter Lacroix“, Ausstellungen im Ludwig Forum Aachen, Jülicher Straße 97-109, Telefon 0241/18070. Eröffnung: Sonntag, 1. Februar, 12 Uhr. Dauer: bis 19. April. Geöffnet: Di./Mi./Fr. 12-18 Uhr, Do. 12-20 Uhr, Sa./So. 11-18 Uhr. Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

(eho)