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Kerkrade: Orpheo mit Kwon-Shik Lee und Matthais Rein

Kerkrade : Orpheo mit Kwon-Shik Lee und Matthais Rein

Kurz, knapp, aber aussagekräftig war das Programm der Liedveranstaltung mit dem koreanischen Tenor Kwon-Shik Lee mit seinem Klavierpartner Matthias Rein im Rahmen von Orpheo, der Nachwuchs-Veranstaltungsreihe des Euriade-Festivals.

In der Abtei Rolduc sang der Preisträger des Euriade-Gesangswettbewerbs 2002, Studierender der Musikhochschule in Aachen, einen bunten Strauß von Liedern von Ludwig van Beethoven bis Gustav Mahler.

Während der erste Teil mit sechs Liedern von Richard Strauss in sich geschlossen war, wirkte der zweite mit einzelnen Werken von Hugo Wolf, Gustav Mahler, Franz Schubert, Ludwig van Beethoven und Jae-Myung Hyun ein wenig beliebig, zeigte andererseits jedoch die große stilistische Bandbreite des jungen Sängers auf.

Angenehm zurückhaltend interpretierte Lee die Strauss-Lieder und bewahrte sie so vor der naheliegenden Gefahr des Pathos. Sparsam setzte Lee dynamische Höhepunkte, zeigte aber da, dass sein bis in die Höhe leicht geführter, lyrischer Tenor zu großer Tongebung mit durchaus metallenem Glanz fähig ist. Bewundernswert die Qualität der deutschen Textdeklamation.

Selbst die Schmalz-gefährdete „Heimliche Aufforderung” gelingt dem jungen Sänger geschmackssicher und nicht peinlich-auftrumpfend.

Der das Programm beschließende „Erlkönig” geriet zu einem unter die Haut gehenden Drama, nicht zuletzt wegen der suggestiven Bassoktaven durch Matthias Rein, der ein einfühlsamer Mitgestalter war.

Das nächste Konzert stellt am 5. September, 15 Uhr, den Pianisten Severin von Eckardstein und die Geigerin Sophia Jaffé vor.Karten in allen Zweigstellen unserer Zeitung, 0241/5101192.