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Aachen: Nur Millionenschaden war echt

Aachen : Nur Millionenschaden war echt

Wegen Leasingbetrügereien hat das Landgericht Aachen gestern zwei Männer und eine Frau verurteilt und drei weitere Angeklagte freigesprochen. Der 47 Jahre alte Geschäftsführer einer ehemaligen Firma, die Bagger, Computeranlagen oder Kanalreinigungsmaschinen nur auf dem Papier verliehen hatte, erhielt wegen Betruges in 21 Fällen zwei Haftstrafen, die zusammengerechnet fünf Jahre und vier Monate ergeben.

Seine Buchhalterin, die für ihren Chef unter anderem auch falsche Unterschriften geleistet hatte, kam mit einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung davon. Ein weiterer Angeklagter muss eine Geldstrafe zahlen und gilt wegen der 300 Tagessätze nunmehr als vorbestraft.

Dreh- und Angelpunkt des Verfahrens waren die raffinierten Luftgeschäfte des Hauptangeklagten zwischen den Jahren 2005 und 2006, die insgesamt einen Schaden von rund einer Million Euro verursacht haben. Leasingbanken hatten dem Mann Geld für niemals angeschaffte Geräte gegeben, die er mehrfach für ordentliche Leasingraten an ein untereinander vernetztes Firmengeflecht „verleihen” ließ. Nur einmal war auf die Schnelle eine teure Computeranlage angeschafft worden, nachdem eine Leasingbank ihre Prüfung angekündigt hatte.

Die Buchhalterin des Hauptangeklagten, die ihm schon fast krankhaft ergeben war, machte die Betrügereien so lange mit, bis sie psychisch vollkommen am Boden war.

Am Ende floh der vorbestrafte Hauptangeklagte nach Mallorca - und wurde trotzdem festgenommen. Im Februar 2007 war er dann nach Deutschland ausgeliefert worden.