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Aachen/Alsdorf: Nun muss Rottweiler Aaron immer an die Leine

Aachen/Alsdorf : Nun muss Rottweiler Aaron immer an die Leine

Pudel Moritz ist ein „echtes Familienmitglied”, verkündete Frauchen am Donnerstag stolz vor dem Aachener Amtsrichter Carl Foerst. Und so hatte der kleine Pudelrüde aus Alsdorf Mitte Mai letzten Jahres ganz selbstverständlich das Anrecht, sich auf dem Arm von Frauchen vor einem anstürmenden Rottweiler in Sicherheit zu bringen.

Aaron, so heißt der Hund des angeklagten Polizisten aus der Nachbarschaft, sauste stets ohne Leine daher, das zweite Tier des Ordnungshüters, ein Schäferhund, war dagegen angeleint und trug einen Maulkorb.

Die 56-jährige Pudelbesitzerin schilderte bewegt, wie es zum Schockerlebnis kam. Sie schnappte sich ihren Liebling („Der wär´ heute nicht mehr!”) und gab vor dem massigen Rottweiler Fersengeld. Doch schicksalhaft kam sie zu Fall, schlug sich das Knie auf und begrub Moritz unter sich. Statt des Pudels nahm sich das 35-Kilo-Tier den Unterarm von Frauchen vor - die Wunde musste genäht werden.

Der Polizist wollte nun partout eine Strafe nicht akzeptieren, lehnte es strikt ab, 2.000 Euro für den Biss seines sonst „überhaupt nicht aggressiven” Hundes zu zahlen und bestand auf einer Gerichtsverhandlung. Das ging nach hinten los. Denn die Nachbarn schilderten, dass Hund und Herrchen einschlägig bekannt waren, mehrere „Vorfälle” sammelte Amtsrichter Foerst, bei denen sich beide nicht so verhielten, wie die Hundegesetze es vorschreiben.

Jetzt gilt auch für den Polizisten: Ein Rottweiler ist zwar kein Kampfhund. Wird das Tier allerdings nur mit einem einzigen Biss auffällig, gerät es in die Rubrik „gefährliche Hunde”, muss an die Leine - immer. Zum Schluss akzeptierte der Beamte den Strafbefehl.