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NRW setzt auf Bachelor und Master

NRW setzt auf Bachelor und Master

Düsseldorf/Aachen (an-o/abt) - Bachelor und Master sollen in wenigen Jahren in NRW Diplom und Magister ganz verdrängen. Und Langzeitstudenten müssen sich jetzt beeilen, ab nächstes Jahr wirds teuer.

Anders als das Wissenschaftsministerium in der Pressekonferenz gestern hatte die RWTH bei insgesamt mehr als 30.000 Studierenden zum Wintersemester einen Zuwachs von 15 Prozent bei den Neueinschreibungen gemeldet (landesweit 3,4 Prozent). Die Fachhochschule Aachen kommt bei insgesamt 8270 Studierenden und rund 1560 Neuzugängen auf ein Plus von unter einem Prozent (landesweit 6,3 Prozent). Die deutliche Differenz zum Landesschnitt liegt daran, dass die NRW-Zahlen von Mitte September stammen - und daran, dass einige wenige Fachhochschulen mit Steigerungen von 40 und mehr Prozent den Landesschnitt über die Maßen anheben.

Erheblich gesteigert sehen will die Ministerin unbedingt die Anzahl der Bachelor/Master-Studiengänge. Das auf europäischer Ebene jüngst in Berlin verabredete Ziel, bis "spätestens 2010" komplett umzustellen, soll in Nordrhein-Westfalen auf jeden Fall erreicht werden. Dazu dürften nicht zuletzt die neuen Zielvereinbarungen mit den Hochschulen ab 2006 als gewisses Druckmittel dienen. "Dabei geht es vor allem darum, konsequent neu zu strukturieren und nicht alten Wein alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen", winkte Hannelore Kraft auf der Pressekonferenz in Düsseldorf schon mal allen Unis mit dem Zaunpfahl, die sich von ihrem renommierten Diplom eher ungern verabschieden.

Konsequent informieren will das Ministerium auch per Rechtsverordnung die Hochschulen und per Kampagne die Studenten über das, was mit dem Studienkontenmodell ab Sommersemester 2004 auf sie zukommt. Zwar sichert Kraft nach wie vor "Gebührenfreiheit des ersten Studiums" zu.

Die derzeit rund 86.000 Studenten, die ihre Regelstudienzeit um mehr als vier Semester überschritten haben, müssten ab 2004 je Semester 650 Euro zahlen. Einen Schwund durch Abmeldungen eingerechnet, macht das 90 Millionen Euro Einnahmen pro Jahr, die ab 2005 zur Hälfte und ab 2006 ganz den Hochschulen zugute kommen sollen.