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Düsseldorf/Köln: NRW-Polizei warnt: Betrug bei Online-Autohandel

Düsseldorf/Köln : NRW-Polizei warnt: Betrug bei Online-Autohandel

Es ist der Wunsch wohl vieler Autokäufer - einmal im Leben ein Traumauto zum „Schnäppchenpreis” zu bekommen. Doch genau das führt offenbar dazu, dass immer mehr Kriminelle den Autohandel im Internet für ihre Zwecke nutzen.

Polizei und Landeskriminalamt (LKA) in Nordrhein-Westfalen warnen vor Leichtsinn beim An- oder Verkauf im World Wide Web. Die Zahl der Straftaten sei in der Vergangenheit deutlich angestiegen.

„Das Internet ist das Tatwerkzeug der Zukunft”, sagt LKA-Ermittler Frank Scheulen. Waren es 2004 noch rund 30.000 Straftaten, in denen das Internet in NRW als „Tatmittel” benutzt wurde, hat sich diese Zahl im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Etliche dieser Taten betreffen den Handel mit Fahrzeugen in den Internet-Autobörsen.

Auch der ADAC wird immer öfter mit Straftaten beim Autohandel im Internet konfrontiert. „Wir haben täglich Anrufe von Geschädigten”, sagt Verbraucherberaterin Petra Gohrisch. So ermittelt beispielsweise die Kriminalpolizei Köln derzeit gegen eine Bande, die potenzielle Autokäufer um 250.000 Euro erleichtert haben soll. Die Bande hatte hochwertige Autos der Marken Porsche und Mercedes im Internet annonciert.

Mit den Interessenten wurden dann Besichtigungstermine an einer abgelegenen Stelle im Wald vereinbart. Dort wurden sie an einen Baum gefesselt und ausgeraubt. Die Kaufsummen von rund 50.000 Euro hatten sie bei sich.

Das „Abzocken” beim Besichtigungstermin ist laut Landeskriminalamt eine gängige Masche. Die Ermittler warnen deshalb eindringlich davor, große Mengen Bargeld mitzunehmen. „Ganz wichtig: Gehen Sie nie alleine, sondern mindestens zu zweit”, betont Scheulen.

Bei einer anderen Masche vermutet die Polizei die Täter im osteuropäischen Ausland. Vermutlich von Rumänien aus operiert eine Bande, die im Internet regelmäßig Porsche oder andere Sportwagen annonciert. Die Autos sind angeblich kaum älter als drei Jahre und in einem Topzustand. Der Preis ist sehr niedrig: Häufig werden die Fahrzeuge für weniger als 10.000 Euro angeboten.

„Jeder, der sich beim Verkäufer meldet, bekommt eine kleine Geschichte erzählt”, sagt ADAC-Expertin Gohrisch. Demnach ist der Besitzer angeblich von Deutschland nach London gezogen und kommt hier mit Linksverkehr nicht zurecht. Deshalb will er den Wagen billig abgeben. „Die Kaufinteressenten werden anschließend gebeten, eine kleine Anzahlung von 2000 oder 3000 Euro zu leisten, um den Transport per Container nach Deutschland finanzieren zu können”, so LKA-Ermittler Scheulen. Hunderte hätten in Erwartung ihres „Traumautos zum Schnäppchenpreis” bezahlt. Der Wagen werde jedoch nie geliefert - die Täter haben es nur auf die Anzahlung abgesehen.

Aber nicht nur Kaufinteressenten gehören beim Internet-Autohandel oft zu den „Gelackmeierten”. Auch Verkäufer sollten laut LKA vorsichtig sein. So melden sich gerade beim Verkauf hochwertiger Autos immer wieder Interessenten aus dem nahe gelegenen Ausland, die per Scheck bezahlen wollen. „Sie kommen nach Deutschland und bringen sogar eine Telefonnummer ihrer Bank mit”, sagt Scheulen. „Da sollen die Verkäufer anrufen, um zu prüfen, ob der Scheck wirklich gedeckt ist.”

In Wirklichkeit jedoch verbirgt sich hinter der „Bank-Telefonnummer” nur ein Komplize, der sich als Bankmitarbeiter ausgibt und vorgaukelt, alles sei in bester Ordnung. In vielen Fällen haben Verkäufer daraufhin ihr Auto samt Fahrzeugbrief aus der Hand gegeben, und der Scheck ist Tage später geplatzt. Scheulen empfiehlt deshalb: „Nur Bares ist Wahres.”