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Schleiden: Neue Wege stören Ruhe röhrender Rothirsche

Schleiden : Neue Wege stören Ruhe röhrender Rothirsche

Der Naturschutzbund (Nabu) hat Teile des geplanten Wanderwegenetzes im einzigen nordrhein-westfälischen Nationalpark Eifel kritisiert.

Auf Drängen der Kommunen seien auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Vogelsang Wege vorgesehen, die die Ruhezonen für den Rothirsch durchschneiden. Außerdem seien jährlich 150 Rothirsche zum Abschuss freigegeben. „Die Belange des Naturschutzes sind arg unterrepräsentiert”, sagte die nordrhein-westfälische Nabu-Pressesprecherin Birgit Königs am Donnerstag.

Der so genannte Wegeplan sei unter Beteiligung der Region entwickelt worden, sagte der Chef der Nationalparkverwaltung, Henning Walter. „In einer demokratischen Gesellschaft muss man auf alle Belange Rücksicht nehmen. Das führt zu Kompromissen in Einzelbereichen”, sagte Walter. Der Abschuss von Wild sei durch den Bund als Eigentümer des Truppenübungsplatzes geregelt. „Wenn das Land NRW Eigentümer des Truppenübungsplatzes wird, werden wir dort die Wildregulation einstellen”, sagte Henning.

Der Wegeplan mit einem Netz von insgesamt 240 Kilometern soll der Landesregierung noch in diesem Jahr zur Genehmigung vorgelegt werden. Die Kritik der Naturschützer entzündet sich an zwei Abschnitten von insgesamt fünf Kilometern, die über den bis vor einem Jahr noch militärisch genutzten und für die Öffentlichkeit gesperrten Truppenübungsplatz führen. Er macht ein Drittel des 110 Quadratkilometer großen Nationalparks aus. Der Nationalpark Eifel ist 2004 gestartet und schützt Buchenwälder in Mittelgebirgslagen.