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Natur erwacht im Museum zum Leben

Natur erwacht im Museum zum Leben

Bonn (an-o) - Lebende Tiere sind im Bonner Museum Alexander Koenig auch nach dem Umbau nicht zu sehen - aber die afrikanische Savanne wird für die Besucher trotzdem lebendig. Nach vierjährigem Umbau und einer gründlichen Sanierung öffnet das Museum heute wieder die Pforten.

Mit einem modernen Konzept und einer neu arrangierten zoologischen Sammlung sollen Besucher künftig noch intensiver in Flora und Fauna eintauchen. "Unser blauer Planet - Leben im Netzwerk" heißt die von heute an gezeigte Dauerausstellung, die nicht nur die Tierwelt, sondern auch die Rolle des Menschen in der Natur erklären soll.

Strahlte das für seine außergewöhnliche, bereits 1912 begonnene Sammlung bekannte Haus früher eher den Charme eines angestaubten Lexikons aus, so sind die präparierten heimischen und fremden Tierarten nun in hellen und lichtdurchfluteten Räumen zu sehen. Direktor Clas Naumann ist begeistert: "Endlich sind die Ausstellungen modern, aktuell und spannend."

"Wir haben die Vitrinen gezielt gelichtet. Unser Motto war dabei immer: Weniger ist mehr", sagt Sabine Heine vom Naturgeschichtlichen Museum.

Der Mittelpunkt der neuen Dauerausstellung ist die Savannenlandschaft im Lichthof des Museums. "Die Besucher sollen das Gefühl haben, ganz nah dabei zu sein und sich als Teil des Netzwerkes Natur begreifen", sagt Heine. Dazu wurden typische Vertreter der Tier- und Pflanzenwelt der afrikanischen Savanne zu einer lebendig wirkenden Szenerie angeordnet. "Wir wollen biologische Phänomene und Spielregeln der Lebensgemeinschaft erklären", sagt Heine. Durch eine komplizierte Lichttechnik können Stimmungen verschiedener Tageszeiten widergespiegelt werden.

Die Savanne ist nicht der einzige Lebensraum, den Besucher hautnah erleben können. Auch eine Regenwald-Ausstellung und eine Sammlung heimischer Tierarten wurden in Szene gesetzt. Bis Ende des Jahres 2004 sollen außerdem Darstellungen von Nord- und Südpol dazukommen.

Greifbar nahe sind die Exponate für den vorbeigehenden Besucher aufgestellt. Aus dem Innern des nachgebauten Baobab-Baums schallt eine Stimme, die afrikanische Märchen erzählt. "Damit soll eine Brücke von der Natur zum Menschen geschlagen werden", sagt Heine. Im angrenzenden Raum wird dann mit Texten und Grafiken die Zerstörung der Umwelt durch den Menschen thematisiert. Streng haben Projektleiter Thomas Gerken und seine Mitarbeiter darauf geachtet, dass die Zusammenhänge weder zu vereinfacht noch zu detailliert dargestellt werden.

Bildungsanspruch

Als naturkundliche Sammlung hat das Museum aber nicht nur einen Unterhaltungs-, sondern auch einen Bildungsanspruch. "Beim Aufbau der Ausstellung mussten wir immer darauf achten, sowohl den Laien als auch den wissenschaftlichen Experten gerecht zu werden. Das war eine schwierige Gratwanderung", sagt Heine. Eine Lösung für das Problem zeigt sich in der Vogelausstellung. Hier sind die Exponate nach Titeln wie "Nahrung" oder "Kommunikation" thematisch gegliedert, der Profi erkennt hinter der Anordnung aber auch die wissenschaftliche Systematik.