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Schleiden/Düsseldorf: Nationalpark: Ministerium nimmt Bedenken ernst

Schleiden/Düsseldorf : Nationalpark: Ministerium nimmt Bedenken ernst

Man kann nicht sagen, dass die öffentlich gewordene Kritik des Bundes für Natur- und Umweltschutz (BUND) am Nationalpark Eifel im NRW-Umweltministerium wie eine Bombe eingeschlagen wäre, aber wenigstens wurde sie zur Kenntnis genommen.

Und nicht nur das: Rainer Seelig, Referatsleiter für Großschutzgebiete im Ministerium, sagt auf Anfrage dieser Zeitung, man teile sogar „einige der Kritikpunkte”.

So sei bereits Ende vergangenen Jahres die Nationalparkverordnung geändert worden, um weitergehende Befugnisse für das den Nationalpark verwaltende Forstamt Schleiden zu erwirken. Der Grund: Ortskundige Wanderer und Spaziergänger würden regelmäßig auch Wege benutzen, die nicht Teil des Wegeplans, öffentlich also ohne Erlaubnis nicht zu betreten seien. Dadurch würde das Rotwild verschreckt, zumal dann, wenn die Fußgänger Hunde mit sich führten.

In Gebieten wie der Dreiborner Höhe würde das dazu führen, dass Rotwild, das dort eigentlich besonders gut zu beobachten sein sollte, die Höhe meidet. Das Forstamt ist jetzt befugt und gehalten, für solche Ordnungswidrigkeiten Bußgelder zu verhängen. Ein Schritt, den die Kommunalpolitik im Interesse des Tourismus´ hatte vermeiden wollen. Aber auch Seelig sagt: „Jetzt muss durchgegriffen werden.”

Die generelle Kritik, die besonders Nationalparkinitiator und BUND-Mitglied Volker Hoffmann scharf formuliert hatte, der Nationalpark werde „nicht nationalparkkonform verwaltet”, „Kommerz statt Biologie”, weist Seelig hingegen als „total übertrieben” zurück. „Die Besucher müssen sich nur an die Regeln halten.” Und: „Die Besucherzahlen zeigen, dass der Nationalpark als Zuschauermagnet funktioniert” - was ja ziemlich genau das ist, was der BUND im Grunde kritisiert.