1. Kultur

Aachen: Nähe im Zelt eine ganz besondere Erfahrung

Aachen : Nähe im Zelt eine ganz besondere Erfahrung

Als Kompliment ist er gemeint, der Spruch von der „Not”, aus der man eine „Tugend” hat machen können, aber so richtig wohl fühlt sich Michael Schmitz-Aufterbeck, zurzeit auch Generalintendant eines Theaterzeltes, dabei nicht.

„Wir sehen Theater nicht so festgelegt, Theater hat ja nicht immer nur in Häusern stattgefunden”, sagt er, aber die Sache hat ihr Gutes. „Wir führen plötzlich wieder die Diskussion unter dem Motto: Was ist Theater, was macht es aus?”

Mit dem Spielzeitstart auf dem CHIO-Gelände sind alle Beteiligten zufrieden. Ob das Schauspiel „Anna Karenina”, um das nun kontrovers diskutiert wird, die gefeierte Verdi-Oper „Otello” oder seit Donnerstag das von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen feurig gefeierte Stück „Die rote Zora” - stets war es die im „festen Haus” so nicht mögliche Nähe von Publikum und Akteuren, kombiniert mit einer auf diesen Raum zugeschnittenen Regie, die die Ausnahmesituation zur Chance werden ließen.

„Wenn man nur ein paar Zentimeter neben einem Heldentenor steht, dann hört man plötzlich, welche Kraft in einer Stimme stecken kann, was das für eine körperliche Leistung ist”, so Schmitz-Aufterbeck. Drei unterschiedliche Inszenierungen, drei Erzählweisen - der Generalintendant sieht sie als „kleinen Querschnitt” für die Leistungen des Theaters. Die Auslastung entspricht dabei dem Normalbetrieb.

Betreffs der Akustik empfindet man die Arbeit der Experten nicht nur als gelungen. „Durch Publikum hat sich die Situation sogar noch verbessert.” Selbst der Staub spielt kaum eine Rolle. „Der verlegte Kunststoffboden lässt von unten praktisch nichts durch.”

Und langsam richtet sich der Blick bereits auf die Rückkehr: Am 13. November feiert man mit der Mozart-Oper „Titus” die „zweite Spielzeiteröffnung” im Großen Haus. Bereits am 12. November gibt es von 12-18 Uhr die Möglichkeit, sich bei Führungen über Neuerungen zu informieren.