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Bonn: Nach Überfall auf Autowerkstatt fünf Verdächtige in Haft

Bonn : Nach Überfall auf Autowerkstatt fünf Verdächtige in Haft

Die beiden Männer kamen Ende November am späten Nachmittag. Einer trug einen Baseballschläger, der andere einen 300 Gramm schweren Schlosserhammer.

Ihr Ziel war eine auf ältere und seltene Renn- und Sportwagen spezialisierte Autowerkstatt in Mechernich-Kommern im Kreis Euskirchen bei Bonn. Dort schlugen sie nach Erkenntnissen der Polizei den 48-jährigen Werkstattchef brutal zusammen.

Ein gleichaltriger Mitarbeiter wurde mit dem Hammer lebensgefährlich verletzt. Polizei und Staatsanwaltschaft Bonn haben den Fall nun aufgeklärt. Die beiden Schläger seien vom früheren Teilhaber des Werkstattbetreibers gegen Geld über Mittelsmänner angeworben worden, teilten sie am Freitag mit. Neun Personen seien beteiligt gewesen, von denen fünf in Haft genommen worden seien.

Die Bonner Mordkommission ermittelte wegen versuchten Mordes. Es sei eine akribische Arbeit gewesen, sagte Oberstaatsanwalt Fred Apostel. Es hätten nur sehr wenige Ermittlungsansätze vorgelegen. Schließlich sei über den Lebensweg der Geschädigten ein Mosaik erstellt worden, mit dessen Hilfe der Ablauf deutlich geworden sei.

Der Überfall war von einer Überwachungskamera aufgezeichnet worden. Doch die Videoqualität sei so schlecht gewesen, dass eine Identifizierung der Täter unmöglich gewesen sei, erklärte der Chef der Mordkommission, Andreas Pradel. Bei der Spurensuche stießen die Beamten auf eine Mütze und den Hammer. Die Mütze wies DNA-Spuren auf, und ein Abgleich mit der Datei ergab einen Treffer. Vier Tage vor Heiligabend ließ sich der 24-jährige Verdächtige in seiner Wohnung in Kerpen widerstandslos festnehmen. Am 4. Januar holten die Ermittler den zweiten Schläger, einen 20-Jährigen, in seiner Wohnung ebenfalls in Kerpen ab.

Der ältere der beiden gab der Polizei in seiner Aussage wertvolle Hinweise auf den Tatzusammenhang. Er wurde mittlerweile aus der Untersuchungshaft entlassen. Der jüngere sitzt weiter ein. Er hatte mit dem Hammer auf den Werkstattmitarbeiter eingeschlagen und ihm droht eine Anklage wegen versuchten Mordes.

Der Verdacht der Ermittler bestätigte sich, dass die beiden zu der Tat angestiftet worden waren. Die Beamten stießen auf ein Brüderpaar aus der Türsteherszene, das die beiden mutmaßlichen Schläger angeheuert hatte.

Die beiden sitzen nun wegen des Verdachts der Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung in Haft. Vorübergehend festgenommen wurden auch drei Männer, die den Ermittlungen zufolge den finanziellen Teil der Auftragstat abwickelten und den Kontakt zwischen dem Brüderpaar und dem Auftraggeber und eigentlichen Drahtzieher der Attacke herstellten, dem 43-jährigen ehemaligen Kompagnon des überfallenen Werkstattchefs.

Beide hatten bis 2006 in Bergisch Gladbach gemeinsam eine Spezialwerkstatt für die wertvollen Old- und Youngtimer betrieben, die bis zu einer Million Euro wert sind. 2006 kam es zum Streit zwischen den beiden. Der Ältere trennte sich von dem 43-Jährigen und eröffnete in Mechernich-Kommern sein eigenes Geschäft. Der Streit und die Trennung dürften für seinen früheren Kompagnon nach Erkenntnissen der Polizei der Auslöser dafür gewesen sein, seinen früheren Geschäftspartner „nachhaltig” zu verletzen. Gegen den 43-jährigen und das als Vermittler aufgetretene Brüderpaar wurde Haftbefehl wegen Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung beantragt.