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Aachen: Nach über 20 Jahren: „Anhalter-Mörder” ist gefasst

Aachen : Nach über 20 Jahren: „Anhalter-Mörder” ist gefasst

Fünf Anhaltermorde im Raum Aachen sind 17 Jahre nach der letzten Tat aufgeklärt worden. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag berichteten, wurde ein heute 51-jähriger Mann durch einen genetischen Fingerabdruck als Täter überführt.

Der Beschuldigte war kürzlich im Kreis Heinsberg durch einen Metalldiebstahl aufgefallen. Wie sich zeigte, stimmte seine DNA mit einem DNA-Muster des „Anhalter-Mörders” überein, das vor einigen Jahren erstellt worden war. Er habe inzwischen ein Geständnis abgelegt, sagte Oberstaatsanwalt Albert Balke.

Der Mann soll seine Opfer als Anhalterinnen am Straßenrand entdeckt und vier von ihnen entkleidet haben. Meist verschwand die Kleidung spurlos. Alle Leichen wurden an Wald- oder Feldwegen gefunden, drei mit Spuren einer Erdrosselung. In zwei Fällen galt die Todesursache als ungeklärt.

Nach der ersten Tat war die 18-jährige Marion G. aus Herzogenrath am 29. Juli 1983 fast entkleidet im Ottenfelder Angelweiher in Alsdorf gefunden worden - erdrosselt. Sie war kurzfristig als Bardame beschäftigt und galt als passionierte Anhalterin. Vom Tatwerkzeug fehlte ebenso jede Spur wie von ihren Kleidungsstücken.

Am 15. Februar 1984 wurde die 15-jährige Schülerin Andrea W. aus Merkstein auf einem Feldweg bei Broichweiden gefunden - ebenfalls erdrosselt. Auch sie, so berichtete die Staatsanwaltschaft damals, trampte gewohnheitsmäßig nach Discobesuchen und muss in das Auto ihres späteren Mörders eingestiegen sein.

Die 17-jährige Schülerin Angelika S. aus Wegberg-Isengraben hielt am 31. August 1984 nach einem Discobesuch in Übach-Palenberg an der Bundesstraße 221 das Auto eines Unbekannten an. Auch sie wurde erdrosselt im Wald gefunden. Kleidung und Tatwerkzeug waren verschwunden.

Am 29. Oktober 1987 wurde Marion L. (18) aus Aachen zuletzt gesehen: als Anhalterin an der Bushaltestelle Am Haarberg in Aachen. Ihre mit Laub bedeckte Leiche wurde später von Spaziergängern im Wald gefunden.

Seit dem 16. Juni 1990 wurde Sabine N. aus Heinsberg-Randerath vermisst. Die 30-jährige war nach einem Discobesuch in Geilenkirchen nicht mehr heimgekehrt. Einige ihrer Kleidungsstücke wurden dann am 20. September 1990 in einem Waldstück bei Hückelhoven-Brachelen gefunden. Die Ermittler vermuteten daraufhin, dass auch sie Opfer des Serienmörders geworden sein könnte. Am 20. Juni 1991 wurde ihre skelettierte Leiche in einem Waldstück der Stadt Wegberg gefunden.

Als ungeklärt gilt auch noch der Fall der 18-jährigen Anhalterin Ulrike K. aus Kornelimünster. Ihre unbekleidete Leiche trieb im Februar 1986 in der Rur. Sie war zuletzt am 16. Januar an der Bushaltestelle in Kornelimünster gesehen worden.