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Bonn: Mythos für Millionen: Jerry Cotton

Bonn : Mythos für Millionen: Jerry Cotton

Seine Stadt ist New York, sein Feind das Verbrechen. In fünf Jahrzehnten hat er an die 2500 Fälle gelöst und ist währenddessen kein bisschen älter geworden, sondern höchstens gereift. Jetzt feiert Jerry Cotton 50. Geburtstag.

Die Verlagsgruppe Lübbe würdigt den „mutigsten Mann der Staaten” mit einer Jubiläums-Ausstellung im Bonner Haus der Geschichte.

„Mythen für Millionen” dokumentiert allerdings nicht nur den Werdegang des Top-FBI-Manns, sondern stellt auch andere zu Papier gewordene Träume vor, die man sich einst für ein paar Groschen kaufen konnte: Heimatromane wie „Bergkristall”, Westernstories von G. F. Unger oder Haarsträubendes von Geisterjäger John Sinclair.

Dass Jerry Cotton aber der unangefochtene Star ist, zeigt schon der lippenstiftrote E-Type-Jaguar, der als imposanter Blickfang die Ausstellung im Foyer dominiert.

Seitdem sich Cotton 1954 der Leserschaft mit „Ich suchte den Gangster-Chef” vorstellte, sind mehr als 850 Millionen Exemplare der Romane mit seinen Abenteuern verkauft worden.

Jerry Cotton lesen und lieben Menschen in 50 Ländern, die Kriminalserie, die in 14 Sprachen übersetzt wurde, ist die erfolgreichste der Welt.

In Bonn sind wertvolle Originale wie das erste deutsche Bastei-Taschenbuch „Jerry Cotton: Rotes Licht für einen Teufel” von 1963 zu sehen, es laufen Videos mit den Filmen, in denen George Nader zwischen 1965 und 1969 insgesamt acht Mal den berühmtesten aller FBI-Ermittler verkörperte.

Dabei hatte sich der junge, bis heute anonym gebliebene Autor, der 1953 Gustav Lübbe, der kurz zuvor den kleinen Bastei-Verlag übernommen hatte, sein Manuskript anbot, kaum noch Chancen ausgerechnet.

Alle Mitbewerber hatten die Geschichte um den jungen Jeremias Baumwolle - tatsächlich hatte der Autor den Namen auf Deutsch ersonnen und dann ins Englische übersetzt - abgelehnt. Gustav Lübbe jedoch bekam beim Lesen eine Gänsehaut - und griff zu.

„Mythen für Millionen - Jerry Cotton & Co”, Gastausstellung im Haus der Geschichte, Museumsmeile, Willy-Brandt-Allee 14, Bonn.

Bis 2. Mai, geöffnet Di.-So. 9-19 Uhr. Eintritt frei. Infos unter 0228/91650, oder im Internet: http://www.hdg.de