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Krefeld: Mysteriöser Gefängnisausbruch: Gangster weiter verschwunden

Krefeld : Mysteriöser Gefängnisausbruch: Gangster weiter verschwunden

Mehr als 100 Tage nach dem spurlosen Verschwinden eines Verbrechers aus dem Krefelder Gefängnis ist der Gangster weiterhin wie vom Erdboden verschluckt.

Dass inzwischen Zielfahnder des Landeskriminalamts nach dem Flüchtigen suchen, wollte der Sprecher der Krefelder Staatsanwaltschaft am Montag nicht bestätigen. Es sei weiterhin unklar, wie der 38-jährige aus dem Gefängnis entkommen konnte. Er war wegen versuchten Bankraubs und Geiselnahme zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

Alle Außentüren des Zellentrakts waren verschlossen, die Gitter und Außenwände unbeschädigt. Es fehlte kein Schlüssel und keine Uniform. Stundenlang war das Gefängnis nach dem Verschwinden des Häftlings auf den Kopf gestellt worden - vergeblich. Von einem korrupten Gefängniswärter über einen heimlich angefertigten Nachschlüssel bis zur unbemerkten Hilfe von außen reichten die Mutmaßungen.

Nach wie vor werde gegen vier Gefängnisbedienstete wegen des Verdachts der Gefangenenbefreiung ermittelt, hieß es. Die Vollzugsbeamten hatten während der Flucht Dienst in dem Gefängnis. Ihre Wohnungen waren zwei Tage nach dem Verschwinden des Gefangenen von Ermittlern durchsucht worden. Tagelang waren keine Spuren des Ausbruchs entdeckt worden. Dann meldete sich der Mann per Fax bei der Justiz und forderte eine mildere Strafe.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Häftling sich in Krefeld von der 5,50 Meter hohen Außenmauer abgeseilt hatte. Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) ordnete an, die Mauer mit Nato- Stacheldraht zu sichern. Die Landtags-Opposition hatte das spurlose Verschwinden des Häftlings als „unglaublichen Vorgang” kritisiert.