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Düsseldorf: Mysteriöse Liechtenstein-Reise von Franjo Pooths Mitarbeitern

Düsseldorf : Mysteriöse Liechtenstein-Reise von Franjo Pooths Mitarbeitern

Franjo Pooth soll, so der Vorwurf eines anonymen Anzeigenerstatters, mit mysteriösen Koffern nach Luxemburg und Liechtenstein gereist sein.

Aus der anonymen Strafanzeige ergebe sich aber kein hinreichend konkreter Anfangsverdacht, sagte Staatsanwalt Johannes Mocken am Dienstag in Düsseldorf auf Anfrage. „Ob es die Fahrten überhaupt gegeben hat und was in den Koffern war, wissen wir nicht. Deshalb können wir darauf auch keine Ermittlungen stützen, auch wenn die Schilderung recht konkret war.”

Nach Informationen der „Bild”-Zeitung haben zwei ehemalige Mitarbeiter von Pooths insolventer Firma Maxfield ausgesagt, mit Geldkoffern nach Luxemburg und Liechtenstein geschickt worden zu sein. Der Staatsanwaltschaft sei dies nicht bekannt, sagte Mocken. Mit Reisen ins Steuerparadies Liechtenstein könnte Geld vor dem Zugriff des Fiskus und des Insolvenzverwalters in Sicherheit gebracht worden sein.

Franjo Pooth hatte beim Finanzamt Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung erstattet. Er soll von jedem verkauften MP3- Player einen Dollar auf das Konto einer eigenen Firma namens „HK Consulting Agency” abgezweigt haben. Mehr als eine Million Euro seien durch den „Pooth-Dollar” zusammengekommen, berichtete die „Bild”- Zeitung. Die Staatsanwaltschaft wollte dies mit Hinweis auf das Steuergeheimnis nicht kommentieren.

Gegen Franjo Pooth wird wegen Bestechung und Insolvenzverschleppung ermittelt. Pooths Unternehmen Maxfield hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Nach Auskunft des Insolvenzverwalters belaufen sich die Schulden des Unternehmens auf 19 Millionen Euro. Die Gläubiger können nur mit einem kleinen Bruchteil ihrer Ansprüche rechnen.

Pooth soll sich mit teuren Geschenken an Sparkassen-Vorstände hohe Kredite für sein Unternehmen erschlichen haben. Der Chef der Düsseldorfer Sparkasse und ein weiterer Vorstand waren deswegen fristlos entlassen worden. Wenige Monate vor dem Insolvenzantrag soll Pooth zudem ein auf drei Millionen Euro taxiertes Privatgrundstück nahe des Rheinufers an seine Frau Verona übertragen haben.