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Düsseldorf: Mutter gesteht Fahrrad-Wurf aus Hochhaus

Düsseldorf : Mutter gesteht Fahrrad-Wurf aus Hochhaus

Eine dreifache Mutter hat gestanden, im Juli 2005 aus Wut ein Kinderfahrrad aus dem siebten Stock eines Ratinger Hochhauses geschleudert zu haben. Das Rad hatte einem heute 25-jährigen Spaziergänger den Schädel zertrümmert - der Mann ist seitdem in einem Wachkoma und nahezu vollständig gelähmt.

Beim Prozessauftakt vor dem Düsseldorfer Amtsgericht erschien die Angeklagte unter starkem Polizeischutz. Die Frau soll von der türkischen Familie des Opfers nach der Tat mehrfach bedroht worden und deswegen auch bereits fünf Mal umgezogen sein. Die Freundin des Getroffenen war damals mit dem Schrecken davon gekommen.

Poloizisten hatten damals das Wohn-Hochhaus durchkämmt und im siebten Stock einen zur Tatzeit 30-Jährigen festgenommen, der unter Drogeneinfluss stand und sich in Widersprüche verwickelte.

Unter Tränen entschuldigte sich die 35-Jährige. Sie habe Streit mit ihrem Lebensgefährten und ihren Kindern gehabt und sei außerdem angetrunken gewesen. Als sie dann auf dem Balkon über das nagelneue Fahrrad gestolpert sei, habe sie es wutentbrannt über die Brüstung geworfen, ohne vorher in die Tiefe zu schauen.

Während der Fall aus Sicht von Staatsanwaltschaft und Verteidigung klar scheint, äußerte der Richter Zweifel am Geständnis der Frau. Er will weitere Zeugen hören und vertagte den Prozess auf den 28. November. Nach der Tat war zunächst der 31-jährige Lebensgefährte der Sozialhilfe-Empfängerin in Verdacht geraten. Er hatte sich in Widersprüche verstrickt und die Tat im Polizeiverhör zunächst sogar gestanden. Zeitweise hatten sich beide Partner gegenseitig beschuldigt.

Nach dem Fahrradwurf in der Hochhaussiedlung Ratingen-West bei Düsseldorf hatten Beamte noch in der Nacht das 14-geschossige Hochhaus durchkämmt und waren auf die Wohnung im siebten Stock gestoßen. Zeugen bestätigten, dass es darin zur Tatzeit einen lauten Streit gegeben habe.