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Würzburg/Aachen: Mussinghoff bleibt zweiter Vorsitzender

Würzburg/Aachen : Mussinghoff bleibt zweiter Vorsitzender

Heinrich Mussinghoff (67), Bischof von Aachen, bleibt stellvertretender Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz. Das entschied die Vollversammlung der Bischöfe am Dienstag in Würzburg.

Neuer Vorsitzender ist der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch (69). Er wurde im dritten Wahlgang zum Nachfolger von Kardinal Karl Lehmann (71) gewählt. Als Sekretär der Bischofskonferenz wurde Pater Hans Langendörfer mit großer Mehrheit wiedergewählt. Kardinal Lehmann übernimmt den Vorsitz der Glaubenskommission der Bischofskonferenz.

Mussinghoff ist seit 1995 Aachener Bischof. Vier Jahre später wählte ihn die Bischofskonferenz als Nachfolger des damaligen Freiburger Erzbischofs Oskar Saier zum stellvertretenden Vorsitzenden. Seit 1995 ist er Mitglied des Obersten Gerichtshofs in Rom. Seit 2006 hat er zudem den Vorsitz der Ökumene-Kommission und der Unterkommission „Fragen des Judentums” der Bischofskonferenz inne. Er gehört auch den Kommissionen für Glauben und Weltkirche an. Viele Jahre hielt der Bischof Vorlesungen an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.

Als viertes von fünf Kindern am 29. Oktober 1940 bei Coesfeld geboren, wurde Mussinghoff 1968 zum Priester geweiht. Die Doktorarbeit über „Theologische Fakultäten im Spannungsfeld von Staat und Kirche” erbrachte ihm unter Kirchenrechtlern viel Anerkennung. 1981 übernahm er die Leitung des Diözesan-Gerichtshofs in Münster, der in kirchlichem Eherecht profiliert ist.

Nach der deutsche Wiedervereinigung wirkte er bei den Verhandlungen zur Errichtung der ostdeutschen Diözesen und des neuen Erzbistums Hamburg mit. Inzwischen ist der Bischof weltweit als Experte für Staatskirchenrecht anerkannt.

Mussinghoff setzt sich stark für das christlich-jüdische Verhältnis, die Ökumene und eine friedliche Lösung internationaler Konflikte ein. 2003 holte er das Weltfriedensgebet der katholischen Laien-Organisation SantEgidio mit internationalen Vertretern zahlreicher Religionsgemeinschaften nach Aachen und damit erstmals nach Deutschland.