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Kerkrade: Musikalisches Feuerwerk im geistlichen Raum

Kerkrade : Musikalisches Feuerwerk im geistlichen Raum

Das diesjährig letzte Konzert in der von der „Stichting Euriade” ins Leben gerufenen Reihe „Orpheo - Euriade-Podium für junge Künstler” in der Abtei Rolduc hatte zwei schon arrivierte Künstlerinnen, die gebürtige Leipzigerin Sylvia-Elisabeth Viertel (Violine) und die Schweizerin Ariane Hearing (Klavier) zu Gast.

Entgegen der Gewohntheit hatte das Konzert kurzfristig in die Abteikirche verlegt werden müssen, was sich dank des hervorragenden Spiels der beiden, in dieser Duo-Konstellation erstmalig auftretenden Solistinnen jedoch in keinster Weise als Nachteil erwies.

Vielmehr führte dies zu einem sehr reizvollen Widerspruch von geistlichem Raum und weltlich- er Musik. Die außerordentliche Energiegeladenheit der einzelnen Musikstücke war es dann auch, die den eigentlichen roten Faden des Programms bildete: Schon bei Beethovens wuchtiger Violinsonate a-Moll op. 23 bewiesen beide eine filigrane Einheitlichkeit, gepaart mit einem temperamentvollen Spielgestus.

Auf einem noch höheren „Energielevel” bewegte sich Poulencs Violinsonate, einer musikalischen Auseinandersetzung mit dem Tode des Dichters García Lorca von ungewöhnlicher Heftigkeit, was sich in einem Höchstmaß an Virtuosität niedergeschlagen hat.

Drei zarte, von verschiedenem nationalem Kolorit angehauchte Stücke von Ravel bildeten einen ruhend-intimen Gegenpol, bevor mit Ravels Violinsonate ein wahres Feuerwerk an aufwühlendem Stimmengewoge abgebrannt wurde.

Gerade aber die Begrenzung der energischen Ausbrüche zugunsten einer Betonungen der lyrischen Phrasen unterstrichen immer wieder das Meisterhaft-Geniale an Viertels und Hearings Musizieren.