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Aachen: Musikalischer Abend der Extraklasse mit wunderbaren Klängen

Aachen : Musikalischer Abend der Extraklasse mit wunderbaren Klängen

Ein attraktives Programm, ein renommiertes Orchester mit nicht minder renommiertem Dirigenten und Solisten: Das musste einen runden Konzert- abend garantieren. Und in der Tat: Der Auftritt des Budapest Festival Orchester mit seinem Chefdirigenten Ivan Fischer und dem Pianisten Emanuel Ax in der Reihe der Meisterkonzerte geriet im Eurogress zu einem Musikerlebnis der Extraklasse.

Eine Duplizität der Ereignisse: Das zweite Klavierkonzert von Brahms ist nicht zuletzt wegen seines extrem anspruchsvollen Soloparts nicht häufig im Konzertsaal zu erleben. Nach Marcus R. Boschs Aufführung in den Städtischen Konzertes war es nun mit dem Pianisten Emanuel Ax zu erleben, der den vollgriffigen und komplexen Solopart mit einer Nonchalance absolvierte, als handele es sich um die leichteste aller Übungen.

Pianistisch absolut makellos, mit wunderbar luftigem Anschlag in den delikat eingeworfenen schnellen Passagen, mit leuchtendem Diskant im Dialog mit dem Solocello im Andante, aber auch mit wuchtigem Zugriff, der nie exaltiert wirkte. In gedonnerten Oktavgängen oder Oktavtrillern spielte er den Solopart poetisch und kraftvoll zugleich.

Da es sich bei dem Konzert um eine „Symphonie mit obligatem Klavier” handelt, waren am Gelingen der Aufführung Orchester und Dirigent nicht weniger beteiligt. Die exzellente Qualität des Orchesters, der warme Klang der Streicher, die wunderbare Homogenität der Holzbläser und Blechbläser und ein perfektes Zusammengehen mit dem Pianisten rundeten die außerordentliche Qualität dieser Wiedergabe ab.

Als Zugabe eine Rarität: Ax musizierte gemeinsam mit dem Solocellisten den langsamen Satz aus der Cellosonate von Fréderic Chopin. Die Qualitäten des Orchesters fanden ihre Bestätigung bei der Aufführung von Beethovens 4. Symphonie B-Dur, die Ivan Fischer lebendig, gespannt, mit virtuosen Tempi in den Ecksätzen, klanglich äußerst delikat und penibel phrasiert und artikuliert, spieltechnisch perfekt musizieren ließ. Zugaben: Intermezzo aus Mascagnis Cavalleria Rusticana, hinreißend gespielt; danach legten drei Orchestermusiker einen zünftigen Csardas hin.