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Kammerkonzert im Theater Aachen: Originelle Klänge zum Saisonabschluss

Theater Aachen : Originelle Klänge zum Saisonabschluss

Das vierte Kammerkonzert im Theater Aachen sorgt für sommerliche Stimmung. Am Montagabend wird es im Spiegelfoyer wiederholt.

Ein Quintett für Oboe, drei Hörner und Fagott ist schon ein Kuriosum an sich. Dass ein, wenn auch unvollendetes Werk in dieser Besetzung aus der Feder Ludwig van Beethovens stammt, dürfte die meisten Besucher des letzten Kammerkonzerts dieser Saison im wie gewohnt voll besetzten Foyer des Aachener Theaters zusätzlich überrascht haben.

Mit diesem Bonbon hatten die Hornisten des Aachener Sinfonieorchesters die seltene Gelegenheit, sich als Trio vorzustellen und der locker gestimmten Serenaden-Musik ein besonderes klangliches Flair zu verleihen. Neben den Hornisten Michael Roberts, Jenny Smoak und Florian Schnappauf sorgten Blanca Gleisner an der Oboe und Jean Hellenbrand am Fagott für eine sommerliche Stimmung.

Der Oboist Stéphane Egeling hatte seinen großen Auftritt mit Benjamin Brittens „Phantasy Quartet“ für Oboe und Streichtrio, mit dem zugleich der Geiger Michael Palm, der dem Orchester seit 1982 angehört, seinen Ruhestand ankündigte. Allerdings wird er zusammen mit drei Orchesterkollegen im Streichquartett weiterhin in Aachen und Umgebung präsent bleiben.

Raffiniert, was Bohuslav Martinů der an sich dürren Besetzung für Violine und Viola in seinen „Drei Madrigalen“ abgewinnt. Ein spielfreudig-virtuoses Stück mit neoklassizistischen Anleihen und unverkennbaren Einflüssen böhmischer Volksmusik. Auch wenn das um 1947 entstandene Werk keine moderne Signalwirkung auslöst, klingt es dank seiner Frische und Originalität alles andere als altmodisch. Und diese Qualitäten konnten der Geiger Evgeny Makhtin und sein Kollege Martin Smykal an der Viola mit großem Einsatz und vorzüglicher Spielfertigkeit zum Ausdruck bringen.

Das ebenso kurze wie kurzweilige Programm schloss mit Franz Schuberts kantatenartigem Gesang „Der Hirt auf dem Felsen“, bei dem sich mit weichem, rundem Ton der Klarinettist David Kindt, die Pianistin Susanna Amirkhanyan und die Sopranistin Jelena Rakic zum harmonischen Zusammenspiel vereinigten, wobei die Sopranistin auch den dramatischen Impuls des Liedes nicht vernachlässigte.

Viel Beifall für ein paar originelle und unterhaltsame Schlusspunkte der Kammermusiksaison. Das vierte Kammerkonzert wird am Montagabend, 24. Juni, um 20 Uhr im Aachener Theater wiederholt.