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Benefizkonzert im Aachener Dom: Beethovens „Neunte“ für den guten Zweck

Benefizkonzert im Aachener Dom : Beethovens „Neunte“ für den guten Zweck

Das traditionelle Domkonzert des Aachener Sinfonieorchesters steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der Solidarität mit der Ukraine. Auf dem Programm steht unter anderem Beethovens „Neunte“. Es gibt noch wenige kostenlose Resttickets.

In einer spontanen Gemeinschaftsaktion mit dem Domkapitel und dem Businessclub Aachen Maastricht haben Theater und Stadt Aachen das lange geplante Domkonzert am 22. April unter das Motto der Solidarität mit der Ukraine gestellt. Damit soll nicht nur ein musikalisches Zeichen für Frieden und Freiheit gesetzt, sondern auch ein beachtlicher Spendenbetrag für die vielen in Aachen gestrandeten Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine eingesammelt werden.

Mehr als 1000 sind es inzwischen, und ihnen mangelt es an vielem, wie Ulrich Daldrup vom Business Club berichtet: Bücher in ukrainischer Sprache, Tablets, um den Schulunterricht in der Heimat zu verfolgen, Kinderwagen, Spielzeug. Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen unterstreicht den Appell zur privaten Hilfsbreitschaft, denn die kommunalen Budgets gäben Mittel für solche Anschaffungen nicht her. Die Stadt habe deshalb gerne die Schirmherrschaft übernommen und hoffe, mit Musik und dem Gemeinschaftserlebnis im Aachener Dom ein wenig gegen das „Gefühl der Machtlosigkeit“ ausrichten zu können.

Das Konzert, das von Aachens Generalmusikdirektor Christopher Ward geleitet wird, beginnt mit einer Komposition des ukrainischen Komponisten Valentin Silvestrov: Sein „Gebet für die Ukraine“ entstand 2014 in Zusammenhang mit den Protesten auf dem Majdan als Chorstück. Das Sinfonieorchester hat daraus eine Orchesterfassung gemacht.

 Unterstützen das Benefizkonzert für die Ukraine im Aachener Dom:  (von links) Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, Dompropst Rolf-Peter Cremer, Mirja Halis-Niewerth (Regio IT), Ulrich Daldrup vom Business Club Aachen-Maastricht sowie Generalmusikdirektor Christopher Ward.
Unterstützen das Benefizkonzert für die Ukraine im Aachener Dom: (von links) Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, Dompropst Rolf-Peter Cremer, Mirja Halis-Niewerth (Regio IT), Ulrich Daldrup vom Business Club Aachen-Maastricht sowie Generalmusikdirektor Christopher Ward. Foto: Andreas Herrmann

Hauptwerk des Abends ist Beethovens 9. Sinfonie mit ihrer berühmten „Ode an die Freude“, die wie kein anderes Musikstück für Freiheit, Verbundenheit und Frieden steht. Der klanglich äußerste kühne „Sternenakkord“ aus der „Ode“ und die altertümlichen hinduistischen Hymnen der Rigveda dienten als Inspiration und Ausgangspunkt für Anno Schreiers Komposition „Der Anfang“, ein Auftrag des Theater Aachen zur Feier des 200. Geburtstags des Sinfonischen Chores, die nach mehrfacher Verschiebung bei diesem Domkonzert nun endlich zur Uraufführung kommen soll.

Da im Dom nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen zur Verfügung steht und es nur noch wenige kostenlose Resttickets gibt, haben sich zahlreiche Sponsoren aus Stadt und der Region bereit erklärt, mit einem aufwendig produzierten Video des Konzerts den Zuhörer- und damit Spenderkreis zu vergrößern.