Aachen: Neue Konzertreihe im Depot

Konzerte im Depot : Aachener Sinfonieorchester greift nach den Sternen

Mit großem Enthusiasmus sieht Aachens Generalmusikdirektor Christopher Ward dem Auftakt der neuen, von ihm ins Leben gerufenen Konzertreihe Classic Lounge entgegen.

Das Depot an der Talstraße hat sich bereits bei der Chorbiennale als Konzertstätte bewährt. Am Freitag, 30. November, um 20 Uhr soll es sich in eine Art Planetarium verwandeln, wenn das Aachener Sinfonieorchester zu „interstellaren Höhenflügen“ ansetzen wird.

Bilder und Filme von fremden Sternen und Raumflügen werden an Wände und Decken projiziert und das Konzertprogramm begleiten. Dabei können sich die Zuhörer auf originale, von der Nasa aufgezeichnete Töne aus dem All freuen, also auf echte „Sphärenmusik“. Diese ungewöhnlichen Zutaten sind Teil des Konzepts der mit moderner und zeitgenössischer Musik bestückten Reihe, mit der Ward die Hörer nicht mit ungewohnten Klängen abschrecken, sondern mit spielerischen Mitteln in abenteuerliche Klangwelten führen will. Konzertdramaturgin Pia-Rabea Vornholt, die das Konzert auch moderieren wird, glüht vor Begeisterung, wenn sie davon spricht, mit dieser Musik „die Erde verlassen und neue Welten erobern“ zu wollen.

Von Arnold Schönberg ist dessen noch spätromantisch gefärbte Tondichtung „Verklärte Nacht“ auf einen Text von Richard Dehmel zu hören. Das zugrundeliegende Gedicht wird der Schauspieler Torsten Borm vortragen. Eine noch tiefere Beziehung zum Kosmos weist György Ligetis Orchesterstück „Arc-en-ciel“ (Regenbogen) auf. In neue Galaxien entführt auch die „Ikarische Klage“ des Aachener „Composers in Focus“ Jörg Widmann, dessen „Dubairische Tänze“ ebenfalls auf dem Programm stehen. Der Abend beginnt mit einer etwas abgespeckten Einleitung zu Richard Strauss‘ Tondichtung „Also sprach Zarathustra“, die einen Bogen zu Stanley Kubrick schlägt, der im zweiten Konzert der Reihe am 8. März 2019 unter dem Titel „Extreme Evolution“ eine Rolle spielen wird. Für weitere Überraschungen dürfte auch das dritte, Brummender Kontrapunkt“ benannte Konzert am 28. Juni 2019 sorgen.

Nicht nur die Hörer können sich auf ein spannendes Abenteuer freuen. Auch für Christoph Ward ist diese neue Präsentationsform, in der auch für das leibliche Wohl gesorgt wird, ein Experiment mit vielen Unwägbarkeiten. Aber sein Optimismus und die Begeisterung der Dramaturgin Pia-Rabea Vornholt verheißen viel Gutes.

Tickets gibt es beim Kundenservice des Medienhauses Aachen.

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