Aachen: Musik- und Theaterfreunde und Musikschule Aachen bieten Kinderkonzerte an

Aachen: Musik- und Theaterfreunde und Musikschule Aachen bieten Kinderkonzerte an

Zwei junge Mädchen mit rosigen Wangen in hellen Kleidern am Klavier, konzentriert der Blick auf die Partitur, seidige Schleifen im Haar, alles in sanftes Licht gehüllt — ein berühmtes Bild des Malers Auguste Renoir. Ob mit einem Kätzchen im Arm, beim Spiel oder beim Musizieren: Kinder gehörten zu wichtigen Motiven des Impressionisten und seiner Zeitgenossen.

Eine Erkenntnis, die die Aachener Sängerin und Musikpädagogin Birgitta Schork-Möller zusammen mit dem Klavierduo Irina Leveleva und Elena Smoljanski zur Planung des Kinderkonzertes „Gemälde durch Musik erklärt“ geführt hat, das am Sonntag, 15. Oktober, 11 Uhr, im Ballsaal des Alten Kurhauses stattfindet. Veranstalter sind die Musikschule und die Musik- und Theaterfreunde Aachen, die im aktuellen Konzertprogramm gleich zweifach kooperieren.

„Es gehört zu unserem gesellschaftlichen Auftrag, Kinder und Jugendliche an klassische Musik heranzuführen“, betont Thomas Beaujean, Vorsitzender der Musik- und Theaterfreunde. „Das würden wir gern häufiger tun, aber es muss auch kindgerecht sein.“ Organisatorisch und inhaltlich hat Beaujean in Harald Nickoll, Leiter der Musikschule Aachen, den richtigen Partner. „Eine gute Gelegenheit, um unsere Zusammenarbeit fortzuführen“, betont Nickoll, der für das junge Publikum einen Brückenschlag erwartet: „Kinder erfahren etwas über Malerei, Musik, über eine Zeit, in der sich Maler und Komponisten gegenseitig beeinflusst haben.“ Die Musik könne selbst bei den Jüngsten schon Lust auf das Museum wecken.

Im Ballsaal werden die Zuschauer so manches über die 15 Klavierstücke erfahren, die Jean Françaix eigens zu Kinderporträts Renoirs komponiert hat, darunter auch „Au piano“ („Am Klavier“). Die Gemälde werden auf eine große Leinwand projiziert, während die Pianistinnen spielen.

Wichtig für Birgitta Schork-Möller, die selbst eine Musikschule für Babys und Kleinkinder („Mimule“ — „Mit Musik ins Leben“) gegründet hat: „Man muss kindgerecht erzählen, nicht kunsthistorisch, sondern am Motiv orientiert“, sagt sie. „Ein Kind, das sich kämmt, das Musik macht, das spielt oder im Garten sitzt, all das können die jungen Zuhörer nachvollziehen.“ Wie erklärt sie Kindern den Impressionismus? „Ich erzähle, dass das eine Zeit ohne Mobiltelefon und Fotokamera war, dass die Maler aus der Werkstatt in die Natur gingen und die Musik anders wurde, das verstehen Kinder“, ist sich Birgitta Schork-Möller sicher.

Auch Maurice Ravels „Meine Mutter, die Gans“ („Ma mère l‘oye“) steht auf dem Programm sowie Musik, die Ravel für das schlafende Dornröschen geschrieben hat. In der „Dolly-Suite op. 56“ erzählt Gabriel Fauré musikalisch aus dem Leben seiner kleinen Tochter. Es gibt dazu Bildmotive von Malern wie Claude Monet, Edgar Degas und anderen.

Es bleibt nicht bei dem Ereignis im Ballsaal: Ein weiteres Familienkonzert mit dem Landeskinderorchester NRW gibt es am Samstag, 25. November, 18 Uhr, im Depot, Talstraße 2, unter dem Motto „Musik und Technik“ — was zum Ort, dem ehemaligen Aachener Straßenbahndepot — gut passt. Unter der Leitung von Silke Löhr spielen rund 80 Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren Kompositionen, die etwas mit technischen Errungenschaften zu tun haben wie „The Great Lokomotive Chase“ von Robert W. Smith, Leroy Andersons berühmtes Stück „The Type-writer“, bei dem die klappernde Schreibmaschine als Instrument eingebaut ist, oder Léo Delibes „Musik der Automaten“ aus der „Coppélia-Suite“.

Gleichfalls bei „Musik und Technik“ werden die Zuschauer mit ihren Klangeindrücken nicht alleingelassen: Hier sorgt Stephanie Riemenschneider für die Moderation.

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