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Aachen: „Modern Icons“: Ludwig Forum erweitert Depot-Schau

Aachen : „Modern Icons“: Ludwig Forum erweitert Depot-Schau

„Es war eine spannende Zeit, in der es viel zu entdecken gab. Ganz so, als ob man jeden Tag eine Wundertüte öffnet“ — ein gutes halbes Jahr hat Kurator Benjamin Dodenhoff im Depot des Aachener Ludwig Forums nach modernen Ikonen geforscht.

Das Ergebnis ist seit April im Museum zu sehen, seit Donnerstag werden zwei weitere Räume des Ludwig Forums unter dem Titel „Modern Icons“ bespielt. Nach dem Abbau der Präsentation „Watchever“ mit Malerei von Ellen Gronemeyer ist Platz frei geworden, um noch mehr lange nicht gezeigten Schätzen und Klassikern der Sammlung Ludwig zu frischer Präsenz zu verhelfen.

Gemeinsam mit Direktorin Brigitte Franzen stellte Dodenhoff am Donnerstag die beiden neu gestalteten Räume vor. „40 Jahre Kunst- und Sammlungsgeschichte“ sieht Brigitte Franzen in der Auswahl, die Werke aus den 1960er bis 1990er Jahren kompiliert. „Das Ziel war es, weitere Aspekte des Themas moderne Ikonen auszugraben und aufzugreifen“, sagt der Kurator. „Nicht zuletzt zeigt der Griff ins Depot die Vielfalt der Ludwigschen Sammelleidenschaft.“ Mit der Erweiterung der Ausstellung fiel an der Jülicher Straße nicht etwa ein Schnellschuss, vielmehr griff ein gereifter Plan: „Die Ausdehnung auf vier Räume stand von Anfang an fest“, sagt Dodenhoff, der seit 2013 zum Ludwig-Forum-Team gehört.

Unter den von ihm für die Erweiterung zusammengetragenen Depot-Stücken finden sich Arbeiten bekannter Künstler wie Ai Weiweis Frühwerk „Doppelter Mao“ oder Andy Warhols „Wall Paper Cow“ — letzteres ist längst ein Lufo-Klassiker, „der aber perfekt in das Ikonen-Thema passt“, meint Dodenhoff.

Er habe versucht, das naheliegende wie wirkungsvolle Format des Porträts als „Transporter“ des Ikonen-Themas zu erweitern, erklärt Dodenhoff. So hat auch Industriefotografie den Weg in die Schau gefunden, ebenso moderne christliche Malerei aus Kuba, die durch eigen- wie hintersinnige Aspekte die „pure“ Christusverehrung aushebelt. In Rubén Alpízar Quintanas „letztem Abendmahl“ wird der Leichnam des Gottessohns im schieren Leib-Christi-Sinne auf der Tafel aufgebahrt.

Arbeiten von Künstlern aus acht Nationen zeigen, wie seit den 1960er Jahren nicht nur Menschen, sondern auch Staatswappen, Rennwagen oder politische Statements ikonisiert wurden.