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Paris: Mit spitzer Zeichenfeder: Jean-Jacques Sempé

Paris : Mit spitzer Zeichenfeder: Jean-Jacques Sempé

„Schöne Aussichten” heißt eine seiner jüngsten Veröffentlichungen - kein Titel könnte die Karriere des französischen Zeichners Jean-Jacques Sempé besser beschreiben.

Der Künstler, der mehr als 40 Bildbände veröffentlicht hat, findet es wunderbar, dass er von seiner Passion, menschliche Beziehungsgeflechte in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit darzustellen, leben kann.

„Mich beunruhigt nur, dass das vielleicht nicht immer so weitergeht”, meint der Zeichner mit dem liebevoll-ironischen Strich. Sempé, der am Samstag seinen 70. Geburtstag feiert, gilt als einer der gefragtesten Cartoonisten der Gegenwart.

Kritiker schätzen den Zeichner als „barmherzigen Beobachter der menschlichen Komödie”. Seine Arbeiten sind Geschichten über den Menschen in seiner Unvollkommenheit, das winzige Individuum in einer monströsen Umwelt oder der Bildungsbürger mit seinen Spleens.

Sempé entlarvt den Kleinbürger und Spießer in uns allen - und nimmt sich dabei selber nicht aus. „Ich zeichne meine eigenen Schwächen”, sagte der Künstler einmal, der auch der „Chaplin der Zeichenkunst” genannt worden ist.
„Leute in lächerlichen Situationen zu zeigen, macht mir keinen Spaß”, verkündete er einst.