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Hamburg: Mit dem Benzinpreis war Sänger Markus der Zeit 25 Jahre voraus

Hamburg : Mit dem Benzinpreis war Sänger Markus der Zeit 25 Jahre voraus

„... und kost Benzin auch 3 Mark 10, scheißegal, es wird schon gehn” - Mit seinem Songtext zum Neue-Deutsche-Welle- Hit „Ich will Spaß” zeigte Markus vor 25 Jahren hellseherische Fähigkeiten. Der Benzinpreis liegt umgerechnet bei mehr als drei Mark - und seine Spaß-Titel sorgen noch immer für gute Laune.

Anlass für den inzwischen 49-Jährigen, eine musikalische Zeitreise in die gute alte Musikzeit der 80er Jahre zu starten. Fans in 40 deutschen Städten will Markus Anfang kommenden Jahres auf einer Tournee an die „brennende Schule”, den „Sternenhimmel” und das „Tretboot in Seenot” erinnern. Mit von der Partie werden Frl. Menke, Hubert Kah und UKW- Sänger Peter Hubert sein.

„Wir wollen authentisches 80er-Jahre-Flair auf die Bühne bringen”, sagt Markus. „Deshalb werde ich im Text von "Ich will Spaß" die 3 Mark 10 auch nicht in Euro umrechnen. Das würde sich ja auch nicht reimen.” Und auch die heute politisch nicht gerade korrekte Zeile „Mein Maserati fährt 210 - schwupp die Polizei hats nicht gesehn” soll bleiben. Markus selbst allerdings hat für schnelle Flitzer nichts übrig: „Die Marke spielt bei mir keine Rolle - Ich fahre mal dieses, mal jenes Modell.”

Lange Jahre war es ruhig um Markus, dessen bürgerlicher Nachname Mörl lautet. Doch die Musik ließ ihn all die Jahre nicht los. Gern erinnert er sich an seinen Kinofilm „Gib Gas ­ Ich will Spaß”, in dem er im Duett mit Nena 1982 „Kleine Taschenlampe brenn” sang. „Das ist ein Lied, das mich bis ans Lebensende verfolgen wird”, sagt der gebürtige Hesse. „Ich bin Romantiker.” Vor 25 Jahren erreichte er damit ein Jahr nach seinem Platz-eins-Erfolg mit „Ich will Spaß” Platz fünf der deutschen Single-Charts.

Nachdem die Neue Deutsche Welle (NDW) ihre Popularität verloren hatte, tat sich Markus mit einem englischsprachigen Duo zusammen. Eine Platte auf Englisch kam in Spanien und Italien in die Charts. Und noch einen Vorteil hatte der Ausflug ins internationale Geschäft, wie sich der Sänger erinnert: „Vorher bin ich mit der Neuen Deutschen Welle nur bis Kiel oder Rosenheim gekommen. Jetzt ging es auch ins Ausland.”

Markus und Veranstalter Semmel Concerts schätzen die Erfolgsaussichten für das Comeback hoch ein. „Wir wollen der Musik der NDW den Raum verschaffen, den sie verdient”, hat Markus sich vorgenommen und verspricht eine Live-Show, die die Songs von damals gekonnt in Szene setzt: „Video-Einspielungen aus den 80-ern, auch alte Privatfilme, Werbung von damals, Tänzerinnen im Hintergrund und Original-Klamotten - Das wird Nostalgie, präsentiert mit moderner Technik.” Dabei ist Markus sich sicher, dass die Show ganze Familien ansprechen wird: „Da werden natürlich viele kommen, die damals mit der Musik aufgewachsen sind. Aber auch viele junge Menschen werden begeistert sein.”

Ansporn liefert ihm auch die eigene Familie. Seit elf Jahren ist Markus verheiratet. „Meine Frau Martina hat früher lieber englische und amerikanische Musik gehört. Inzwischen ist sie bekehrt und hört auch die NDW-Hits von damals”, sagt er. Und sein neun Jahre alter Sohn kennt die Hits der Neuen Deutschen Welle auswendig. „Nur einmal musste Hannes weinen. Als ich mal den Film mit Nena von damals vorgeführt habe, konnte er nicht verstehen, warum ich eine andere Frau als seine Mama geküsst habe.”

Auftakt der Tournee ist am 2. Januar in Dresden, den Abschluss bildet Bamberg am 19. Februar.