1. Kultur

Aachen/Kreuzau: Mit 22 Hunden Haus verwüstet

Aachen/Kreuzau : Mit 22 Hunden Haus verwüstet

In Heinsberg, Kreuzau und Herzogenrath soll eine 49-jährige Angeklagte in 100 Fällen gegen die Gesetze verstoßen haben. Die ellenlange Liste der Betrügereien gegenüber einem Versandhaus, verschiedenen Vermietern, einem Bekannten und einem Rechtsanwalt soll die Hausfrau gemeinsam mit ihrem Ehemann und weiteren Komplizen begangen haben.

Bei den Fällen 1 bis 76 ging es um Prellereien des Versandhauses Quelle. Etwa ab Schilderung des 60. Falls ging dem Staatsanwalt bei der Verlesung der Anklageschrift vor der 7. Strafkammer des Landgerichts Aachen beinahe die Puste aus. Immer wieder las er vor: „Die Angeklagte orderte einen Fernsehapparat.” Fünf Mal tat die Angeklagte, die momentan wegen anderer Delikte in Haft sitzt, das auf verschiedene Namen, bezahlt wurde laut Anklage nie.

Nicht von schlechten Eltern

Was sich da zwischen Oktober 1997 und Juni 2002 angesammelt hat, ist nicht von schlechten Eltern. Da wurden haufenweise Mikrofaserjacken, Handys, Kleider, Unterwäsche, Eck-Garnituren, oder hochwertige Elektrogräte wie Minianlagen oder eben besagte Fernseher bestellt. Selbst ein Collier wurde geordert - und niemals bezahlt, Schaden etwa 40.000 Euro.

Betrügerisch sollen sich die Eheleute auch gegen einen Hausbesitzer und einen Vermieter verhalten haben. In Kreuzau wollte die Angeklagte „nach einer großen Erbschaft in der Schweiz”, wie es vor Gericht hieß, ein großes Haus für damals 750.000 Mark erwerben. Die Angeklagte schaffte es, bereits vorab einzuziehen. Was der Verkäufer nicht wusste: Sie hatte 22 Hunde dabei, die das Haus verwüsteten.

Nur 500 Mark Miete gezahlt

Ähnlich verhielt es sich mit einem Bauernhof nahe Herzogenrath. Der wurde im Jahr 2001 angemietet. Hier blieb man bis auf 500 Mark jegliche Mietzahlungen schuldig. Und die jetzt zwölf an der Zahl mitgebrachten Rottweiler Hunde taten wieder ihr Werk an Fußböden, Wänden und Teppichen, Schaden etwa 20.000 Euro.

Besonders schlimm erging es einem älteren Mann, der mit seinem Wohnmobil nahe dem Hof wohnte. Unter dem Versprechen, ihm eine neues Wohnmobil zu beschaffen, forderte sie immer wieder Geldbeträge von dem Nachbarn - bis der am Ende obdachlos war.