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Kornelimünster: Minotaurus aus PVC: Manfred M. Ott in Kornelimünster

Kornelimünster : Minotaurus aus PVC: Manfred M. Ott in Kornelimünster

Alle neun Jahre, so heißt es in der griechischen Mythologie, mussten die Athener sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen nach Kreta senden, wo sie in das Labyrinth des gefräßigen Minotauros geschickt wurden. Die Geschichte von dem grausamen Tribut inspirierte Manfred M. Ott, Urgestein der Kölner Kunstszene, zu einer eigenwilligen Neuinterpretation: „Minotaurus im Spaßbad“ nennt er sein Skulpturenensemble.

Von den Geopferten sind nur mehr die Badelatschen in einem ausgetrockneten runden Pool übrig geblieben, während ringsum vier sindbildliche Gestalten als „Affekte“ ihren Kommentar zum Geschehenen abgeben: etwa „Der vor Wut Spuckende“ und „Der sich Erbrechende“. Das alles geformt in schwarzen und grünen Gebilden aus PVC.

Die Sammlung Kunst aus NRW in der Alten Reichsabtei Kornelimünster ehrt den Jubilar jetzt mit einer kleinen Hommage zu seinem 80. Geburtstag (25. Juni bis 11. August). Gezeigt wird eine Auswahl aus seiner jüngsten Schaffensphase: Seit 2000 kreiert der gebürtige Kölner Fabelwesen, Sagengestalten, gelegentlich auch fantastische Kleider der Aphrodite oder „schlangenfüßige Breitmaulwesen“, die selbst die Natur nicht hervorgebracht hat, aus einem ungeahnt vielfältig zu nutzendem Material: Ott erhitzt Kunststoff und lässt ihn zu seinen visionären Bildern zusammenfließen.

Ausnahmsweise wird diese Ausstellung nicht an einem Samstag, sondern am Dienstag, 25. Juni, um 19 Uhr eröffnet. (Di./Mi. 10-13 und 15-17 Uhr, Sa. 15-18, So. 12-18 Uhr oder nach Vereinbarung, 02408/959415.

(eho)