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Düsseldorf: Mini-Elektromobil und Vorlese-Handy: Messe für Hilfsmittel

Düsseldorf : Mini-Elektromobil und Vorlese-Handy: Messe für Hilfsmittel

Luggie heißt ein faltbares, kleines Elektromobil mit vier Rädern. Sein spezielles Design macht es zur vorzüglichen Reisehilfe. Zusammengefaltet ist es klein wie ein Aktenkoffer und hat ein Gewicht von 21,5 Kilogramm inklusive der Batterien.

Die patentierte Mechanik ermöglicht es, den „Aktenkoffer” innerhalb von Sekunden zu einem Fahrzeug auseinanderzufalten, um mit maximal 6,5 Stundenkilometern zu fahren und Steigungen bis zu acht Grad zu überwinden. Als Unikat präsentierte die Schweizer Firma FreeRider Corp am Mittwoch Luggie bei der Messe Rehacare International in Düsseldorf. Die Produktion soll im Januar 2009 anlaufen und das Gefährt rund 2000 Euro kosten.

Bei der jährlich stattfindenden weltgrößten Schau, die Hilfsmittel und Pflegeartikel für Menschen mit Behinderungen präsentiert, zeigen bis Samstag 758 Aussteller aus 30 Ländern die neuesten Produkte. Ein „vorlesendes Handy” stellte Firma Handy Tech aus Horb bei Freudenstadt vor. Es handelt sich um eine Software mit der Bezeichnung knfb Reader, die bislang erst in einem Handy-Modell optimal funktioniert. Der knfb Reader gilt als technologischer Durchbruch bei der mobilen Texterkennung für Blinde und Sehbehinderte. Mit einem Tastendruck auf dem Handy werden beliebige gedruckte Texte erfasst, erkannt und per Sprachausgabe vorgelesen.

Die nach Herstellerangaben „erste Seniorenmaus” konnten die Messebesucher testen. Anders als bei herkömmlichen Computermäusen muss die Hand das Gerät nicht umschließen und sicher führen können. Die Seniorenmaus sieht aus wie eine Schale und passt sich der Hand an. Sie gewährleistet einen sicheren Halt und kann selbst Zittern kompensieren, so dass ungewollte Bewegungen nicht in Aktionen des Mauszeigers umgesetzt werden. Der Cursor verrutscht auch dann nicht, wenn die Hand von der Maus genommen wird, um die Maustaste zu betätigen.

Das Trike Martin Conquest 1150 der Firma Funwheelz wurde es mit dem Rehacare Design Award ausgezeichnet. Das Motorrad ermöglicht es Rollstuhlfahrern, über eine automatisierte Rampe aufzusteigen. Die rückwärtige Verriegelung wird über eine Drucktaste geschlossen, und der Rollstuhl verschwindet hinter der ausladenden Verkleidung. Das Dreirad besitzt sechs Gänge sowie einen Rückwärtsgang. Hydraulisch geregelte Scheibenbremsen vorne und hinten sind über einen Hebel zu bedienen.