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Membranen machen Wasser sauber

Membranen machen Wasser sauber

Aachen (an-o) - Seit 100 Jahren wird Abwasser im Prinzip auf die gleiche Weise gereinigt. Nur die moderne Membrantechnik aber verspricht eine wirksame Entfernung von Chemie- und Arzneimittel-Rückständen. Aachener Wissenschaftler wollen der Technologie jetzt auf die Sprünge helfen.

Mehr als 500 Teilnehmer aus 13 Nationen informieren sich seit gestern in Aachen über die Entwicklung der Membrantechnik. Gastgeber dieser Fachtagung sind die beiden RWTH-Institute Siedlungswasserwirtschaft und Verfahrenstechnik. "Die Membrantechnik ist eigentlich eine Erfindung der Natur", erklärt Professor Max Dohmann.

Der menschliche Körper ist voll von Membranen, die nur bestimmte Moleküle passieren lassen. "Bei natürlichen wie künstlichen Membranen handelt es sich im Grunde um mikroskopisch feine Siebe", so Dohmann. Selbst gefährliche Verunreinigungen mit Industriechemikalien und Arzneimitteln ließen sich auf diese Weise meist restlos entfernen: "Mit Hilfe der Membrantechnik können wir aus der dreckigsten Kloake wieder reines Wasser herstellen."

Noch steckt die moderne Technik allerdings in den Kinderschuhen: In Kaarst entsteht gerade die bislang größte kommunale Kläranlage, die das Wasser mit Membranen reinigt. Ende Oktober soll die Anlage in Betrieb gehen. "Die hohen Investitionskosten sind derzeit noch nicht ohne Unterstützung des Landes aufzubringen", meint Norbert Engelhardt vom Erftverband, dem kommunalen Bauherrn der Kläranlage.

Gebühren könnten sinken

Allerdings könne die Membrantechnik den Gebührenzahler langfristig entlasten, weil sie weniger Personal und Platz brauche. Auch in der Region wird bald modern gefiltert: In Roetgen entsteht bis zum Frühjahr 2004 eine neue, so genannte Ultrafiltrationsanlage. "Die Membrantechnik könnte der deutschen Industrie einen Exportschlager bescheren", hofft Hans Birle vom Fachverband Verfahrenstechnik .