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Aachen: Mehr als ein Talent: Florian Noack bei „aix_piano“

Aachen : Mehr als ein Talent: Florian Noack bei „aix_piano“

Bevor mit Mac-André Hamelin am 26. Juni ein Star der Klavierszene die Konzertreihe „aix_piano“ der Aachener Musikhochschule abschließen wird, gab Initiator Prof. Michael Rische dem Nachwuchs eine Chance. Wobei es nicht leicht fällt, bei dem 24-jährigen Florian Noack angesichts seiner reichen Erfolge noch von einem Nachwuchstalent zu sprechen.

Die recht wenigen Hörer im Kammermusiksaal der Hochschule wurden nicht enttäuscht. Noack beschloss den Abend mit einer eigenen Bearbeitung von Rimsky-Korssakows sinfonischer Dichtung „Scheherazade“, ein in 1000 orchestralen Farben schillerndes Klangwunder, das nicht nach einer Reduktion auf 88 Klaviertasten drängt. Umso überraschender, dass und wie Noack eine auf 20 Minuten gekürzte Bearbeitung nicht nur ohne Verlust der musikalischen Substanz zustande brachte, sondern auch eine Menge der Klangpracht des Originals retten konnte.

Trotz seines vollgriffigen Einsatzes ging keine noch so filigrane Figur verloren. Liszt hätte es kaum besser machen können. Noack vermeidet jede Pose eines Tastenakrobaten. Davor bewahrt ihn bereits seine kluge Werkauswahl, die trotz bekannter Namen einige Überraschungen bereit hielt. So mit den kaum bekannten Beethoven-Etüden des seinerzeit gerade einmal 21-jährigen Schumann.

Noack überzeugte hier durch klar ausgeformte Melodiebögen, eine glückliche Balance zwischen rechter und linker Hand sowie durch eine ebenso präzise und sensible Ausführung des figurativen Rankenwerks. Ein Schumann mit viel Feingefühl, aber ohne sentimentalen Überdruck. Das galt auch für die ebenfalls nicht besonders populären „Acht Klavierstücke“ op. 76 von Brahms.