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Kerkrade: Marie-Elisabeth und Martin Hecker bei Orpheo

Kerkrade : Marie-Elisabeth und Martin Hecker bei Orpheo

Einen wunderschönen Konzertnachmittag versprach Euriade-Intendant Werner Janssen den Zuhörern, die trotz des frühsommerlich heißen Wetters im Rahmen der Konzertreihe „Orpheo” in die Aula Major der Abtei Rolduc gekommen waren.

Und es wurde viel mehr als das: Das Konzert wurde zur Darstellung der genialischen Musikalität zweier Geschwister aus Zwickau, der 16-jährigen Cellistin Marie-Elisabeth Hecker und des 22-jährigen Pianisten Martin Hecker.

Marie-Elisabeths Spiel ist geprägt von großen Bewegungen, leidenschaftlicher Hingabe an die Musik und großem Ausdruck. Martins Bewegungen sind zurückhaltender, sparsam inneres Feuer und spielerische Kraft disponierend.

Doch dem Zusammenspiel der beiden tut das in keiner Weise Abbruch, ganz im Gegenteil: Es ist mit solch einer herausragenden Harmonie beseelt, als wäre ihr Musizieren die reinste Selbstverständlichkeit, weit ab von allen spieltechnischen Schwierigkeiten der jeweiligen Werke.

Denn leichte Kost hatten sich die beiden Musiker nicht ausgesucht: Ludwig van Beethovens Sonate D-Dur, op. 102, César Francks Sonate A-Dur und Franz Schuberts Sonate für Violoncello und Klavier „Apeggione”.

Mit in der Tiefe schmelzendem, in der Höhe strahlendem Ton, absoluter technischer Sicherheit und energisch-zupackendem Spiel präsentierte Marie-Elisabeth ihr ganzes Können.

Martin erwies sich hier als zarter, einfühlsamer Begleiter. Sein Können kam bei Beethoven und Franck zum Tragen: Dem innigen, ausdrucksstarken Spiel seiner Schwester steuerte er bei aller Beethovenschen Polyphonie einen schwebenden, klaren Klavierklang von nahezu durchscheinender Transparenz bei.

Für den begeisterten Applaus bedankten sich die beiden genialen jungen Musiker mit dem elegischen „Après un rêve” von Gabriel Fauré.