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Düsseldorf: Mappenwerk der Pop-Art: Warhol, Wesselmann und Lichtenstein

Düsseldorf : Mappenwerk der Pop-Art: Warhol, Wesselmann und Lichtenstein

Das Mappenwerk „11 pop-artists” mit Blättern von Andy Warhol, Roy Lichtenstein oder Tom Wesselmann ist in einer Ausstellung des Düsseldorfer „museum kunst palast” zu sehen.

Von Samstag an bis zum 31. August werden die insgesamt 33 Siebdrucke aus dem Bestand des Museums erstmals seit 1975 geschlossen präsentiert, sagte Kuratorin Heidi Irmer am Mittwoch in Düsseldorf.

Die drei Mappen sind als Auftragswerk einer US-amerikanischen Zigarettenfirma Mitte der 60er Jahre in einer 200er-Auflage entstanden.

Sie bieten mit Werken der damals unbekannten und heute großen Namen, darunter auch Jim Dine und James Rosenquist, motivisch und technisch einen vielfältigen Querschnitt durch die Thematik von Pop-Art.

Mit Arbeiten von Künstlern wie Sigmar Polke, David Hockney oder Klaus Staeck will die Schau „The POW!er of Pop” des weiteren eine Verbindung zu realistischen Tendenzen der 60er und frühen 70er Jahre in Europa herstellen.

Ergänzt um zwei der zur Ikone gewordenen Suppenkonserven „Campbell” als charakteristisch trivialem Pop-Art-Motiv aus der Waren- und Alltagswelt ist „Meister” Andy Warhol mit „Jacqueline Kennedy I-III” als Motiv der Grafikmappe vertreten.

Auch Tom Wesselmanns auf rote Lippen, blitzweiße Zähne, Busen und Brustwarzen reduzierte, braun gebrannte „Nackte” sowie Roy Lichtensteins punktgerasterter Comic mit Sprechblase „The melody haunts my reverie” sind für die Künstler typische Arbeiten.

Zigaretten als Motiv stammen von Jim Dine und Mel Ramos. Während Dine für das Auftragswerk des Tabakwarenproduzenten plakativ eine rot-weiße Schachtel in seine Darstellung „Pfriem” packt, ironisiert Ramos durch zugespitzte Darstellungen: Seine Frauen posieren als lasziv - als die Pin-Up-Girls „Tobacco-Rose” und „Miss Comfort Creme”.

Den „Kapitalistischen Realismus” als „deutsche Spielart” der Pop- Art vertritt Sigmar Polke mit gerasterten Darstellungen einer „Vase” sowie einem „Haus mit Gartenpflanze im Vordergrund”.

Der Plakatkünstler Klaus Staeck dagegen steht für die „politisch realistischen” Arbeiten. Zu sehen ist neben einer bitter sarkastischen Arbeit als Protest gegen den Vietnamkrieg sein provozierendes Plakat „Deutsche Arbeiter, die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen”.