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Heerlen/Maastricht: Mann unter fünffachem Mordverdacht

Heerlen/Maastricht : Mann unter fünffachem Mordverdacht

Ein Mann aus Heerlen steht unter dem Verdacht, zwischen 1992 und 2003 mindestens fünf heroinabhängige Prostituierte in niederländisch Limburg ermordet zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Maastricht bestätigte am Mittwoch Medienberichte, wonach sie die Untersuchungen in folgenden ungelösten Fällen wieder aufgenommen hat: Marina Denzler (32) und Simone Reidel (20, beide aus Deutschland), Nadia Mehalloui (21) und Ilona Quaedflieg (34, beide aus Heerlen) sowie Samira van de Wal (Brunssum). Die meisten Opfer warteten in der Nähe des Heerlener Bahnhofs auf Kunden

Der Verdächtige sitzt zur Zeit wegen einer Serie von Geschäftsüberfällen in Haft und erklärte sich freiwillig mit einer DNA-Probe einverstanden. Diese stimmt mit der überein, die 1992 nach der Vergewaltigung einer Dirne in Valkenburg sicher gestellt worden war, teilt die Anklagebörde mit. In dieser Sache muss sich der Mann aus Heerlen in der nächsten Woche wegen Vergewaltigung und Mordversuch vor Gericht verantworten.

In allen anderen Fällen bestreite sein Klient jede Verwicklung. Die Staatsanwaltschaft räumt ein, dass in diesen Fällen keine DNA-Vergleich möglich sei, da nur genetische Spuren von den Opfern gefunden worden sei. In der Mehrzahl seien die Leichen erst lange nach den Morden entdeckt worden.

Die Justiz schließt nicht aus, dass der Verdächtige noch weitere Morde begangen haben könnte, zum Beispiel an Yvonne Plasmans aus Heerlen im Jahre 1989 und 1975 an Monique Jacobs in Maarsbergen.

In allen ungelösten Fällen wurden die Opfer gewürgt, oft noch mit einem Messer oder einem anderen spitzen Gegenstand verletzt. Im Fall der Deutschen Simone Riedel, deren Leiche im Oktober 1997 in einem Feld bei Heerlen gefunden worden war, gab es sogar eine Verurteilung.

Ein Gericht in Maastricht sprach 1999 einen Mann aus Voerendaal des Mordes schuldig und verhängte neun Jahre Gefängnis mit anschließender Sicherheistverwahrung. Doch der Gerichtshof in Den Bosch kam ein Jahr später zu dem Schluss, dass die Beweise nicht ausreichten und sprach den 37-Jährigen frei.