Köln: Mando Diao: Die Metamorphose der Radaubrüder

Köln: Mando Diao: Die Metamorphose der Radaubrüder

Für Mando Diao gab es bislang nur eine Richtung: geradeaus und immer weiter. So stürmte die schwedische Rockband auch die Bühne des Kölner Palladiums. „Yeah, Yeah, Yeah”, riefen sie. So ist das eben bei diesen fünf ungestümen Rock´n´Roll-Radaubrüder. Und das ist auch gut so.

Genauer: Es war gut so, denn seitdem Mando Diao mit den Hip-Hop-belasteten Salazar-Brüdern für ihr fünftes Studioalbum „Give me fire” Produzenten voller neuer Ideen geholt und ihren Sound breiter aufgestellt haben, läuft die Zeit des eingängen Rocks ab.

„Give me fire” war für hartgesottene Fans anfangs verstörend, hat sich aber glänzend verkauft. So falsch kann der Weg also nicht sein. Doch die 4000 Fans in der ausverkauften Halle erlebten sogar gleich drei Mando Diao: der Vergangenheit, der Gegenwart - und eines, das es so besser nicht geben sollte.

Der Reihe nach: Die Mando Diao der Vergangenheit waren wild und wuchtig, tobten vor einer Kulisse aus alten Hafenkränen, spielten „Never seen the light of day” und wuchteten „Clean Town” auf die Bühne. Brillant. Dann der erste Bruch Björn Dixgrd und Gustaf Norén, zwei Stimmen und zwei Gitarren, schlichen um das Mikrofon wie um ein Lagerfeuer, spielten einen bedeutungsschweren Akkustikpart. Die Zwischenwelt-Ode „Ochrasy” war noch durchaus ergreifend, wurde auch artig bis begeistert beklatscht. Aber das Singer-Songwriter-Intermezzo war gewiss nicht der stärkste Part des Abends.

Zum Glück kamen dann die Mando Diao der Gegenwart und wohl auch Zukunft. Die Beats getunt, die Melodien aufgeblasen, ein Bläser, zwei Backgroundsängerinnen, die sich die Band bei Jan Delay ausgeliehen hatten. In diesem Styling gab es die neue Single „Gloria”, die Übersongs „God knows” und „Down in the past” sowie „Dance with somebody” und „Long before RocknRoll” (im ersten Zugabenblock).

Als Zugabenzugaben waren dann noch freie Oberkörper kleiner blasser Männer und wildes Akkustik-Geschrammel angesagt. Eher lustig als gelungen, aber durchaus sympathisch. Nur das melodiöse Meisterwerk „You cant steal my love” war aus dem Programm gepurzelt. Schade. Es hätte gespielt gehört - von welchen Mando Diao auch immer.