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Maastricht: Maastricht auf der Suche nach weltstädtischem Flair

Maastricht : Maastricht auf der Suche nach weltstädtischem Flair

Eines steht fest: Die europäische Kulturhauptstadt 2018 wird eine niederländische sein. Und geht es nach Léon Frissen, dem limburgischen Gouverneur, wird sie Maastricht heißen. Auch wenn noch fast zehn Jahre Zeit sind, Frissen und seine Mitarbeiter sind über die bloße Idee einer Bewerbung hinaus.

Sie haben begonnen, ein konkretes Konzept zu erarbeiten. Und das ist kein Aktionismus, sondern schlichte Notwendigkeit. Denn es gibt Hürden und Etappenziele, die zu überwinden und zu erreichen unumgänglich ist.

Und da ist zunächst das Bewerbungsverfahren. „Zum ersten Mal wird es für 2018 keine nationale Vorentscheidung geben”, sagt Frissen. Es gibt also kaum eine Möglichkeit für Maastricht, mit der Kraft der gesamten Niederlande aufzutreten. Gab es bislang nationale Ausscheidungs- und Einigungsverfahren, kann sich für 2018 jede niederländische Stadt oder Region direkt bei der EU um den Titel und die damit verbundenen Fördermittel bewerben.

Und Frissen weiß, dass sich mindestens fünf Regionen auf diese Bewerbung vorbereiten. Neben Maastricht sicher auch Utrecht, Eindhoven und Almere am Ijsselmeer. Vor allem in Utrecht sieht er einen starken Konkurrenten, weil hinter dieser Bewerbung die ganze Randstad mit Amsterdam, Rotterdam und Den Haag stehe. Und mit Eindhoven wiederum bewerbe sich eine zweite südniederländische Stadt. Das könne zu erheblichen Reibungsverlusten führen, wenn sich bewahrheite, dass südniederländische Bewerber Vorteile haben, weil der Norden - wenn auch vor 25 Jahren - schon berücksichtigt war. Aber vielleicht könne man sich ja mit Eindhoven auch einigen. Vielleicht!

Tanz um den Totempfahl

Was also tun? Eindhoven wolle bei seinem Auftritt auf technologische Entwicklungen und den Einklang von Kultur und Wirtschaft setzen. „Wir werden aber auch zurückblicken.” Auf die Tradition und die Geschichte Maastrichts - und auf die gesamte Euregio als Keimzelle Europas.

Aber da steht Frissen vor der nächsten Hürde, auch wenn er davon überzeugt ist, diese zu nehmen. Denn Frissen setzt auf einen euregionalen Auftritt und weiß gleichzeitig, dass die trilaterale Euregio mit ihren fünf Kulturen zwar einen ungewöhnlichen kulturellen Reichtum hat, den zu präsentieren und mit dem zu werben mehr als lohnt. Doch den Totempfahl, mit dem sich alle identifizieren, den alle umtanzen können, gibt es nicht.

„Es ist unsere erste Aufgabe auf dem Weg zur Kulturhauptstadt, ein solches Totem zu finden. Etwas, auf das wir alle stolz sein können. Einen Punkt am Horizont, dem wir alle zustreben können und wollen.” Nur schränkt der Gouverneur auch ein: „Wir sind immer wieder zu ängstlich, uns der ganz großen Herausforderung zu stellen.”