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Düsseldorf: Luxus, Liebe, Limousine: „Vipern” in Düsseldorf

Düsseldorf : Luxus, Liebe, Limousine: „Vipern” in Düsseldorf

Nicht in, sondern auf einer Luxuslimousine wird in der Oper „Vipern” geliebt, die an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg uraufgeführt worden ist.

Komponist Christian Jost hatte mit dem Auftragswerk auf einen Stoff aus der Renaissance zurückgegriffen und damit zumindest das Düsseldorfer Premierenpublikum zu einhelligem Beifall gewonnen.

Es ist schon eine wüste Geschichte, die der 1963 geborene Berliner Komponist und sein Regisseur Eike Gramss auf die Bühne gebracht haben. Die Handlung ist rund um ein Cabriolet in die Gegenwart verlegt.

Dutzende Mal finden die Signale ihr Echo in den überdimensionalen Spiegeln des Bühnenbildes von Gottfried Pilz.

Dazwischen rollt ein Drama von Shakespeareschen Ausmaßen ab: Beatrice, die Tochter eines reichen Edelmanns, entledigt sich mit Hilfe ihres Chauffeurs ihres ungeliebten Verlobten.

Doch der Diener, einer der „Vipern”, will für seine Bemühungen mehr als nur Geld. Das Melodram endet mit der Ermordung des Chauffeurs.

Gramss hat das delikate Thema, das alle Stadien des Eros von bedingungsloser Liebe bis zu Masochismus und Sadismus durcheilt, bei allem Realismus mit bemerkenswerter Delikatesse umgesetzt.