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Lüttich: Lüttich bietet Mozart in stimmlicher Perfektion

Lüttich : Lüttich bietet Mozart in stimmlicher Perfektion

Mozarts „Don Giovanni” in der Lütticher Oper, der königlichen der Wallonie: Das ist die ausgesprochen klassische Version von Inszenierung.

Sie ist unspektakulär und vielleicht deshalb auch ein bisschen langweilig.

Ein über Stunden dunkles und sparsames Bühnenbild vermittelt zusätzlich den Eindruck, dass hier das Bemühen im Vordergrund stand, nur ja keine Experimente zuzulassen.

Mal abgesehen davon, wie sehr solche Inszenierungen immer noch und ungetrübt seit Jahrzehnten ihre konventionellen Zielgruppen suchen und mit viel Erfolg auch finden: Wen die eher schwerfällige Bühnen-Präsentation nicht sonderlich stört, kann sich in Lüttich an uneingeschränkt wunderbarer Musik erfreuen. Und das sollte für eine Oper ja durchaus ein wesentliches Gütesiegel sein!

Die „Opéra Royal de Wallonie” demonstriert auf eindrucksvolle Art, wie auch oder gerade ohne Ensemble-Theater die hohe Kunst des Möglichen brilliert. Die Qualität der Besetzung ist ein Faszinosum in allen Details.

Es beginnt mit dem souverän-lockeren Dirigat von Patrick Davin, dem Orchester-Chef der Oper in Marseille, setzt sich fort mit der Titelrolle des „Don Giovanni”, den der französische Bariton Ludovic Tezier bei der Premiere am Freitagabend gekonnt und ohne jedes Schwächeln gestaltete, bis hin zu den weiteren Rollen etwa des grandiosen Nicolas Cavallier, der als „Leporello” geradezu brillierte.

Die Sängerinnen und Sänger, die hier auftreten, haben in ihren Biografien bemerkenswerte Stationen zurückgelegt: von der Wiener Oper über die Metropolitan Opera New York bis zur Mailänder Scala.

So werden am Ende Gesang und Musik zum wirklich großen Erlebnis, die schwache Optik der Inszenierung muss man eben in Kauf nehmen.