Aachen: Ludwig Forum räumt Etage für Susan Philipsz leer

Aachen: Ludwig Forum räumt Etage für Susan Philipsz leer

Für ein neues Ausstellungsprojekt aus der Klang-Kunst hat das Aachener Ludwig Forum sein Erdgeschoss leergeräumt. Die Installation „Seven tears” von Susan Philipsz (10.7.-25.9.) sei die bisher größte Arbeit der schottischen Künstlerin in einem Museum, teilte das Haus am Freitag mit.

Sie basiere auf der sechsteiligen Klanginstallation „Surround me” von 2010 in den Straßen rund um die alte Börse in London. Philipsz nutze das Erdgeschoss des Museums für Gegenwartskunst als begehbaren Resonanzkörper.

Die Klang-Installation besteht aus sechs historischen Musikstücken aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die Philipsz schon für London interpretiert hatte - und eine siebte neue Arbeit. Die von der Künstlerin a capella gesungenen Stücke sind über insgesamt 23 Lautsprecher in allen Teilen des Erdgeschosses zu hören - einzeln oder überlagert.

Der Besucher, sonst konzentriert auf die visuelle Kunst, nimmt die Architektur der früheren Schirmfabrik wahr, die charakteristische Struktur der großen Fensterflächen, die weißen Wände. Die neuen schlichten Sitzmöbel sind grau und weiß - nur keine Ablenkung.

„Wir präsentieren ganz aktuelle zeitgenössische Kunst, die andere Sinne anspricht”, sagte Museumsleiterin Brigitte Franzen. Philipsz spreche andere Reflexionsfelder an als gewohnt. Die Schottin hatte im vergangenen Jahr mit dem Turner-Preis die wichtigste britische Kunstauszeichnung erhalten. Die Preisverleihung hatte eine Diskussion ausgelöst, ob die Installationen Musik oder Kunst seien.

Die Eröffnung ist am Sonntag um 12 Uhr

Eröffnung im Ludwig Forum, Aachen, Jülicher Straße 97-109: Sonntag, 10. Juli, 12 Uhr.

Dauer: bis 25. September. Geöffnet: Di.-Fr. 12-18, Do. bis 22, Sa./So. 11-18 Uhr.

Reichhaltiges Rahmenprogramm: http://www.ludwigforum.de