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Köln: Lit.Cologne mit Herta Müller und Henning Mankell

Köln : Lit.Cologne mit Herta Müller und Henning Mankell

Das größte Literaturfest Europas, die Lit.Cologne, feiert sein Zehnjähriges. Zur 10. Lit.Cologne vom 10. bis zum 20. März 2010 kommen unter anderem Nobelpreisträgerin Herta Müller, Nick Hornby, Siegfried Lenz, Martin Walser, Margaret Atwood, Maarten t Hart, Frank Schätzing und Henning Mankell.

„Wesentliche Teile meiner Menschwerdung verdanke ich der Lit.Cologne”, schwärmte Moderator und Publizist Roger Willemsen am Dienstag bei der Vorstellung des Programms im Kölner Schokoladenmuseum. Willemsen stellt diesmal Dichtung des Barock vor; die dürfe man sich keineswegs so angestaubt vorstellen wie die damaligen Perücken. Zum Beweis zitierte er den Vers: „Das Leben ist wie eine Jungfernschaft/Mit einem Stoß ist es dahingerafft.”

Die letzte Lit.Cologne zog 65.000 Besucher an, darunter 15.000 Kinder und Jugendliche bei den Angeboten für junge Leser. Diesmal gibt es noch mehr Veranstaltungen als in den Vorjahren, nämlich 175. „Alljährlich schwappt dieses höchst erstaunliche Literaturfest durch ganz Köln und mobilisiert Zuhörer dazu, sich auf Schiffen und Polizeiwachen, in Schulen, Theatern und Kinos, in Kunstvereinen und Museen, in Kirchen, in der Universität, im Pfandhaus und im Zoo etwas vorlesen zu lassen”, schildert Elke Heidenreich in einem Beitrag.

Eine Spezialität der Lit.Cologne ist, dass sie Schriftsteller verschiedener Couleur, Generationen oder Länder oft erstmals zusammenbringt und über ein aktuelles Thema diskutieren lässt. So trifft Herta Müller diesmal auf einen der bedeutendsten chinesischen Gegenwartskünstler, Ai Weiwei, der in seinen Arbeiten die politische Führung Chinas kritisiert.

Einer der Themenabende steht unter dem Motto „Maschinen aller Länder, vereinigt euch!” Über 70 Prozent aller Computerschäden gehen angeblich auf Misshandlungen durch Menschen zurück. „Machine-Crimes, die Diskriminierung und Folterung von Maschinen, haben eine lange Geschichte”, heißt es dazu. Im WDR-Literaturmarathon - nonstop 24 Stunden - geht es um Städte. Und Götz Alsmann hat eine lang vergessene Literaturgattung ausgegraben: Herrenmagazine der 50er Jahre.