1. Kultur

Köln/Aachen: lit.Cologne auch in Aachen: Lesungen im Forum M

Köln/Aachen : lit.Cologne auch in Aachen: Lesungen im Forum M

Ob Köln wirklich „das Cannes der Literatur” ist, wie NRW-Kulturminister Michael Vesper es einmal vollmundig formuliert hat, sei dahingestellt. Tatsache jedoch ist: Mit der lit.Cologne findet das wohl größte Literaturfestival Europas in der Stadt am Rhein statt.

Mit der dritten Auflage setzen die Organisatoren sogar noch einen drauf: 88 Veranstaltungen und über 200 Beteiligte stehen vom 19. bis zum 23. März auf dem Programm. „Das dritte Mal” ist noch größer als die beiden Vorgänger.

Insgesamt gibt es 91 Veranstaltungen

Genau genommen sind es sogar 91 Termine, denn drei Zusatzveranstaltungen finden in Aachen im Forum M der Mayerschen Buchhandlung statt.

Das hat zwei gute Gründe: Erstens ist die Mayersche seit Anfang an als einer der Hauptsponsoren mit dabei - und das soll auch so bleiben, wie Geschäftsführer Hartmut Falter am Mittwoch betonte.

Und zweitens kommen die meistens auswärtigen Besucher der lit.Cologne nicht aus Bonn, Düsseldorf oder Leverkusen, sondern aus Aachen. Das will gewürdigt sein.

Die drei Autoren, die die Initiatoren und Organisatoren des Bücherfestivals, Werner Köhler und Rainer Osnowski, für Aachen gewinnen konnten, haben es in sich: Am Freitag, 21. März, liest die Britin Mo Hayder um 20 Uhr aus ihrem neuen Krimi „Die Behandlung”.

Am Tag darauf deckt der gebürtige Algerier Yasmina Khadra das menschliche Drama hinter dem fundamentalistischen Terror auf. Sein Roman „Die Schwalben von Kabul” spielt im Afghanistan der Taliban (20 Uhr).

Und am Sonntag, 23. März, ist mit Jonathan Safran Foer ein junger Autor zu Gast in Aachen, der als das „neue amerikanische Wunderkind” gehandelt wird. Um 12 Uhr liest er aus „Alles ist erleuchtet”. Der Roman war in den USA ein Sensationserfolg.

Köhler und Osnowski verhehlten bei der Vorstellung des Programms gestern nicht, wie schwierig die Sponsorensuche sich in Zeiten wie diesen gestaltet - Stichwort Sparzwang und knappste öffentliche Kassen.

Ihr Rezept heißt allerdings nicht kleiner und bescheidener, sondern größer und aufwändiger. Der Etat ist von 500.000 Euro im vergangenen Jahr auf 600.000 bis 700.000 Euro angewachsen - wovon die Veranstalter 80 000 selbst aufbringen.

Waren 2002 rund 34.000 Literaturbegeisterte zu den 73 Veranstaltungen gekommen, so bietet das Festival nun Platz für 50.000 potenzielle Besucher.

Und denen wird an fünf Tagen und Nächten einiges geboten. „Literatur von allen Seiten” lautet das Motto, und vielseitig sind nicht nur die literarischen Stilarten, sondern auch die Veranstaltungsorte. Kirchen sind dabei, Museen, Schauspielhaus, Philharmonie, Synagoge, Kinderkrankenhaus, Polizeipräsidium, Elefantenhaus und Aquarium des Zoos.

Die Eröffnungsgala moderiert Senta Berger

Die Eröffnungsgala moderiert die Schauspielerin Senta Berger; sie erwartet als Gäste den niederländischen Autor Cees Nooteboom, den Satiriker F. K. Waechter und den Lyriker Durs Grünbein.

Mario Adorf liest aus den Memoiren von Gabriel García Márquez, Jasmin Tabatabai aus den Tagebüchern von Kurt Cobain. In der Reihe „Paare” tritt der spanische Kultregisseur Carlos Saura erstmals mit seiner Schwester Angeles öffentlich auf. Beide lesen aus ihren Debütromanen.

Im Rahmen der Abschlussgala werden etwa die Gewinner des „Deutschen Hörbuch Preises” gefeiert. Und natürlich gibt es wieder das Programm für Kinder und Jugendliche, die lit.kid.Cologne.

Hier liest etwa Paul Spiegel, der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, in der Synagoge aus der „Geschichte der Juden” des Jugendbuchautors Lutz van Dijk.

Der Vorverkauf zur lit.Cologne hat bereits begonnen. Nähere Informationen, auch das komplette Programm, im Internet.