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Würselen: Lesebuch ist für arme Schüler schon zu teuer

Würselen : Lesebuch ist für arme Schüler schon zu teuer

Das Szenario klingt ein wenig unwirklich: „Schon in der Schule haben nicht alle Kinder die gleichen Chancen. Ganz einfach, weil einigen Kinder grundlegende Dinge wie Bücher, Hefte, Schultaschen oder Füller fehlen. Die Eltern können sich die Anschaffung nicht leisten.”

Das, was Jutta Bartholomäus-Breiwe beschreibt, ist längst alles andere als unwirklich, sondern gehört zum Arbeitsalltag der Mitarbeiterin des Kinderschutzbundes im Würselener Stadtteil Morsbach.

Dabei ist Würselen, was die Prozentzahl der Kinder angeht, deren Familie unterhalb der Armutsgrenze leben, noch ein gutes Pflaster. „In Deutschland leben 20 Prozent aller Kinder unter der Armutsgrenze”, berichtet Ulla Wessels, die Geschäftsführerin des Ortsverbandes Würselen im Deutschen Kinderschutzbund (DKSB). Insgesamt, so hat die Organisation errechnet, sind 2,5 Millionen Kinder in Deutschland betroffen. „Bei uns liegt der Prozentsatz bei 18,3.” Oder in absoluten Zahlen ausgedrückt: 1284 Kinder aus Würselen, so hat es der DKSB errechnet, leben unter der Armutsgrenze.

Und deswegen will sich der Ortsverband am Mittwoch an der deutschlandweiten Aktion „Flagge zeigen” anlässlich des Weltkindertages beteiligen. 1284 blaue DKSB-Fähnchen sollen ab 10.30 Uhr neben dem Rathaus aufgestellt werden. 207 Euro beträgt der Regelsatz, den Hartz-IV-Empfänger für ein Kind im Alter bis 13 Jahre erhalten. Der DKSB fordert wenigstens 300. Und den kostenfreien Besuch von Kindergärten und offenen Ganztagsschulen.