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Köln: „Legends of the Storm” eröffnen Sommerfestival

Köln : „Legends of the Storm” eröffnen Sommerfestival

Es war ein Wagnis. Mit „Legends of the Storm” haben sich die Macher des Kölner Sommerfestivals in der Philharmonie für einen ebenso exotischen wie risikoreichen Auftakt entschieden.

Exotisch, weil das Land, aus dem die Show kommt, Georgien, hierzulande für viele ein weißer Fleck auf der Landkarte ist. Und risikoreich deshalb, weil die „Legenden des Sturms” zwar bereits in den USA und in Frankreich Triumphe feierten, es aber fraglich war, ob sich auch die Deutschen für die Mischung aus Gesang, Tanz und Historie würden begeistern können. Seit dem Wochenende steht fest: Sie können.

Das, was die 50 Tänzer und Tänzerinnen, die Musiker und Sänger des nationalen Instituts Erisoni auf die Bühne bringen, ist getragen vom grenzenlosen Geist Georgiens. Wie Elfen gleiten die grazilen Mädchen über die Bühne, scheinbar ohne jede Bodenberührung. Sie verkörpern Anmut, Reinheit und Poesie.

Martialisch dagegen die jungen Männer, stolze, kampflustige Burschen, geübt im Umgang mit Säbel, Schwert und Peitsche. Ihre Körperbeherrschung lässt den Atem stocken. Das ist viel mehr als nur Folklore. Es ist Akrobatik in höchster Vollendung. Sie bilden dreistöckige Pyramiden, fliegen übereinander hinweg und vollführen ihre Sprünge und Drehungen so irrsinnig schnell, dass sie jeden Breakdancer blass aussehen lassen.

Die Musik versetzt die Zuschauer in orthodoxe Kathedralen und auf orientalische Märkte, klingt mal tief innerlich verklärt, mal losgelöst und klezmervergnügt. Die Panduri (Zupfinstrumente von der Größe einer Mandoline) weben einen dichten, melodischen Klangteppich, die Salamuri (kleine, gerade gespielte Flöten) erwecken Sehnsucht nach tiefen Seen und weiten Tälern, und der Rhythmus der Doli (mit Kalbshaut bespannte Trommeln) ist der fiebernde Pulsschlag, der all das durchdringt.

„Legends of the Storm” erzählt von Krieg und Liebe, von Kämpfen und von Brüderlichkeit, von ausgelassenen Festen und tiefer Traurigkeit. Die Zuschauer sind hingerissen und danken mit Standing Ovations. Die Show ist noch bis Sonntag, 1. Juli, im Rahmen in der Philharmonie Köln zu sehen.