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Krefeld: Lebenslange Haft für Mord an Lehrerin

Krefeld : Lebenslange Haft für Mord an Lehrerin

Wegen der Ermordung und besonders schweren Vergewaltigung einer 37-jährigen Lehrerin ist ein Angeklagter zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Krefeld stellte am Freitag zugleich die besondere Schwere der Schuld des 50-Jährigen fest.

Der Mann hatte im Prozess gestanden, die Frau Ende März in ihrer Wohnung ausgeraubt, vergewaltigt und anschließend erstochen zu haben.

Der Richter sagte in seiner Urteilsbegründung, es handele sich um eine „schier unfassbare und unbegreifliche Tat”. Der Mord passe überhaupt nicht zum bisherigen Lebenslauf des Angeklagten. Der 50-Jährige habe „ganz normal” die Schule absolviert, eine Ausbildung zum Maschinenschlosser gemacht und immer gearbeitet. Er habe eine Familie gegründet und sei stets fleißig gewesen. Letztlich hätten ihn Schulden zur Verzweiflung getrieben.

Dem Gericht zufolge hatte der Mann am Tattag einen Brief vom Gerichtsvollzieher erhalten, danach entschloss er sich, einen Raubüberfall zu begehen. Er klingelte an der Haustür der Lehrerin in der Nachbarschaft, überwältigte sie mit einem Messer, ließ sich Geld und die EC-Karte aushändigen und nötigte sie zu sexuellen Handlungen.

Anschließend erstach er sie mit einem Bundeswehrmesser. Das Gericht befand, dass der Angeklagte „planvoll und zielgerichtet” vorgegangen war. Nach der Tat hob er Geld vom Konto der Frau ab und verspielte es in Spielhallen.

Mit der vom Gericht festgestellten „besonderen Schwere der Schuld” kann bei dem 50-Jährigen frühestens in 20 Jahren geprüft werden, ob er auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen werden kann.

Die Verteidigung kündigte Revision gegen das Urteil an. Der Anwalt des Angeklagten hatte eine lebenslange Haftstrafe beantragt, hält die besondere Schwere der Schuld aber für nicht angemessen.