Aachen: LaFee im Eurogress: Die Teenies kreischen bei jeder Bewegung

Aachen: LaFee im Eurogress: Die Teenies kreischen bei jeder Bewegung

Wer nicht wusste, welche großen Ereignissen ihre Schatten vorauswerfen, hätte denken können, dass im Eurogress ein Kinderstück aufgeführt wird. Kinder, überwiegend Mädchen, standen mit Eltern und Großeltern brav in der Schlange oder tummelten sich aufgeregt im Foyer.

Nur die Tattoos, die viele Mädchen - ihrem Idol gleich - neben das Auge geklebt hatten, deuteten darauf hin, dass keine Theatergruppe, sondern Pop-Rock-Sängerin LaFee auf der Bühne stehen wird. Zunächst heizte die Vorgruppe „King Family” den Teenies ordentlich ein. Nach dem rockigen Auftritt der fünf Geschwister ging das Saallicht für lange Zeit wieder an.

Nach gut 25 Minuten Wartezeit - in der die ersten Eltern langsam motzig wurden und die Fans irgendwann aufhörten „Wir woll´n LaFee” zu singen - öffnete sich endlich der Vorhang. Hinter dem in Schwarz-Grau gehaltenen Bühnenpodest prangte das weiße LaFee-Logo. Im Gothic-Look gekleidet standen Keyboarder Klaus Hochhäuser, Bassist Goran Vujic und Gitarrist Ricky Garcia auf dem Podest. Instrumentalrock füllte den Saal gemeinsam mit den schrill kreischenden Kinderstimmen. Die 1800 Kinder und Eltern drängten sich dicht vor der Bühne.

Als LaFee auf die Bühne stürmte und mit ihrem Song „Jetzt erst recht” loslegte, strahlten Fans übers ganze Gesicht. Christina Klein - wie die Stolberger Sängerin mit bürgerlichem Namen heißt - hatte sich mit hochhackigen Stiefeln und einem „kleinen Schwarzen” mit langen Fransen ins rechte Licht gerückt.

„Hallo Aachen! Ihr glaubt gar nicht, wie aufgeregt ich bin, heute in meiner Heimtatstadt zu sein”, begrüßte sie ihre Fans. Dann wurde mit fetziger Rockmusik und Texten, die von Liebe, Enttäuschung, Erfolg, Traditionen, Verboten oder Magersucht handeln, für anderthalb Stunden „die Halle gerockt” (LaFee).

Gesang überzeugt

Nach Lied sechs war Kostümwechsel angesagt. Während der Aachener Drummer Tamon Nüßner ein eindrucksvolles Schlagzeug-Solo hinlegte, wurde aus LaFees „kleinem Schwarzen” ein „kleines Graues”, und mit „Weg von dir” ging es weiter.

Sobald LaFee eine ihrer extrovertierten Tanzbewegungen machte oder mal wieder einen der Musiker erotisch antanzte, kreischten die Fans. Allerdings war die Show recht monoton. LaFee schreitet von einer Bühnenseite zur nächsten, „flirtet” mit den Musikern, steigt auf das Podest, geht wieder herunter, und das Ganze beginnt von vorn.

Gesang und Musik jedoch waren überzeugend gut, wenn auch manche Texte nicht so ganz zu der Zielgruppe passten. „Ich weiß, was ich will, und ich will es nur mit dir/ Komm ich habe keine Angst/ Ich weiß, was ich will, und ich will es jetzt und hier”, sang die 16-Jährige über das „erste Mal”, und die Kinder, die die Pubertät noch nicht oder gerade erst erreicht haben, sangen lauthals mit. Nach 16 Liedern verabschiedeten sich die sympathische Sängerin und ihre Band von der Bühne.

Als Zugabe gab es „Heul doch” und „Virus” - ein Lied, in dem LaFee nicht gerade zimperlich mit ihrem „Ex” und einer Freundin abrechnet. Die Teenies waren begeistert.

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